Als ich letztes Wochenende aus Oberwolfach zurück gefahren bin, musste ich mit ein paar Kollegen in Offenburg auf den Anschlusszug warten. Dort hatte die Bahn einen Aushang, auf dem Sonderzüge zu einem sogenannten "Basler Morgestraich" angekündigt wurden.
Neugierig und mit intelligenten Telefonen bewaffnet haben wir also den Wikipedia-Artikel gelesen, den ich für die geneigte Leserin hier nicht kopieren muss. Aber wir haben doch gestutzt, dass der Bericht über die falsch gestellte Uhr, wegen der der Morgestraich im Jahr 2002 eine Minute zu früh gestartet ist, fast 10% des Artikels ausmacht. Was manche Menschen eben so bewegt...
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Sonntag, Februar 15, 2015
Montag, September 14, 2009
Nachbarliebe
Neulich kam ich in den zweifelhaften Genuss, in der Bahn den Blick, das Schweizer Pendant der schlimmsten aller Zeitungen, lesen zu können. In ihm wurde nicht nur über den deutschen Cowboy, sondern auch über den Erfolg der Miss Swiss beim Miss World-Zirkus (oder ging es da um das ganze Universum? So ganz konnte ich diese Hybris noch nie verstehen) berichtet. Schlimm aus Perspektive der Yellow Press nur, dass sie es dann doch nicht in die Top 5 geschafft hat.
Einen wichtigen Trost vermochten die Blick-Redakteure ihren Eidgenossen jedoch mitzugeben: Miss Germany landete unter ferner liefen.
Einen wichtigen Trost vermochten die Blick-Redakteure ihren Eidgenossen jedoch mitzugeben: Miss Germany landete unter ferner liefen.
Dienstag, August 18, 2009
Kein Bock auf Jazz, oder das Treffen der Exildeutschen
Die schöne Landschaft und vermutlich auch die politische Lage haben dazu geführt, dass sich die Genferseeregion seit langem in einen Rückzugsort der "Schönen und Reichen" entwickelt hat. Dem ist wohl auch zu verdanken, dass hier kulturell einiges geboten ist, wovon Pseudointellektuelle immer gerne schwärmen. Ich persönlich ziehe es vor, die dadurch entstehenden positiven Aspekte des Lebens hier ab und an zu genießen.
So zum Beispiel geschehen als auf dem Montreux Jazz Festival - aus welchem Grund auch immer - die beste Band der Welt ein Konzert gab. Die drei geben natürlich viel Unsinn von sich, und ich werde Rebell wohl nie mehr ohne gewisse Anspielungen im Kopf hören können, aber all das verstärkt nur noch meine Schlussfolgerung: Die Ärzte sind live wirklich genial.
Nun ist natürlich etwas kurios, wenn sich eine Band, die so sehr von ihren Texten und Ansagen lebt, in fremdsprachigen Ausland begibt. Als ich das Publikum sah, hat sich aber vieles geklärt. Es handelte sich um das einzige Ärztekonzert in der Schweiz, und so waren wohl alle Exildeutschen, die etwas auf sich halten, angereist - und auch jede Menge Deutschschweizer haben mitgefeiert. Leider wird aber meine Neugier ob der genauen Zusammensetzung des Publikums wohl nie befriedigt werden.
So zum Beispiel geschehen als auf dem Montreux Jazz Festival - aus welchem Grund auch immer - die beste Band der Welt ein Konzert gab. Die drei geben natürlich viel Unsinn von sich, und ich werde Rebell wohl nie mehr ohne gewisse Anspielungen im Kopf hören können, aber all das verstärkt nur noch meine Schlussfolgerung: Die Ärzte sind live wirklich genial.
Nun ist natürlich etwas kurios, wenn sich eine Band, die so sehr von ihren Texten und Ansagen lebt, in fremdsprachigen Ausland begibt. Als ich das Publikum sah, hat sich aber vieles geklärt. Es handelte sich um das einzige Ärztekonzert in der Schweiz, und so waren wohl alle Exildeutschen, die etwas auf sich halten, angereist - und auch jede Menge Deutschschweizer haben mitgefeiert. Leider wird aber meine Neugier ob der genauen Zusammensetzung des Publikums wohl nie befriedigt werden.
Freitag, August 07, 2009
Im Frühtau, fallera!
Endlich war es so weit. Viel zu früh an einem Sonntag morgen fuhr ich mit der zweiten Metro des Tages nach Renens, um von dort aus mit dem Zug tiefer in die Berge zu dringen. Etwas nach 9 Uhr kam ich dann mit dem Postbus in L'Etivaz an, um von dort in eine der Etappen der Via Alpina einzusteigen. Nach einer Wanderung, die mich über den Col de Jable aus der Romandie bis in die deutschsprachige Schweiz, wodurch die Entfernung noch weiter klingt, nach Gstaad gebracht hat, konnte ich mich dann, glücklich und k.o., wieder in einen Zug zurück nach Lausanne setzen. Lang lebe das Schweizer Verkehsnetz.

Die im Internet zu findenden Zeitangaben sind ein wenig übertrieben, aber nicht viel. Tatsächlich habe ich von L'Etivaz nach Gstaad etwa sechs Stunden gebraucht, wobei ich einen Teil der Zeit den Regen abwartend unter Bäumen verbracht habe.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es führt kein andrer Weg nach Gstaad.

Die im Internet zu findenden Zeitangaben sind ein wenig übertrieben, aber nicht viel. Tatsächlich habe ich von L'Etivaz nach Gstaad etwa sechs Stunden gebraucht, wobei ich einen Teil der Zeit den Regen abwartend unter Bäumen verbracht habe.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es führt kein andrer Weg nach Gstaad.
Freitag, Juli 24, 2009
Was für Pfeifen
In Lausanne und Umgebung ist kulturell immer etwas geboten, so etwa vor einiger Zeit das Fête de la Musique, auf dem von Schlagzeugensembles über Märsche und Rockmusik bis zu Jazz in der ganzen Innenstadt einiges geboten war.
Vor allem aber gab es anlässlich des Fests eine Führung durch die Orgel in der Kathedrale von Lausanne, und bei einer richtigen, 40 Tonnen schweren Orgel ist der Begriff der Führung durchaus ernst zu nehmen.
Zunächst erzählte der Organist, der die Führung leitete, ein paar grundsätzliche Dinge über Orgeln und stellte sich dann den Fragen der Zuhörer, wobei es sich als großartig erwies, dass die Führung hauptsächlich für Familien angepriesen worden war, denn die anwesenden Kinder stellten Fragen, an deren Qualität Erwachsene wohl kaum herangekommen wären. Wobei ich doch etwas schmunzeln musste und mich fragte, ob sich nicht-schweizer Kinder auch die Frage stellen, wie man so eine Orgel eigentlich putzt. Die Antwort im Übrigen: Die Klaviatur wird natürlich regelmässig staubgewischt, aber ein richtiges Großreinemachen, bei dem die Orgel auseinandergenommen und wieder zusammengebaut wird, wird nur alle 15 bis 20 Jahre erledigt. Wenigstens Orgeln werden noch für die Ewigkeit gebaut.
Danach betraten wir die eigentliche Orgel, wodurch diese Führung ihren Namen wirklich verdiente. Der Anblick lässt sich schlecht in Worte fassen, und einen Fotoapparat hatte ich nicht dabei. Daher belasse ich es dabei, zu sagen, dass der Eindruck einer Orgel von außen täuscht. Obwohl alle von außen sichtbaren Pfeifen metallisch sind, ist die deutliche Mehrheit der rund 7000 Pfeifen dieser Orgel aus Holz. Auch die größten, wohl etwa sechs Meter hohen Pfeifen, die sich weit im Hintergrund befinden und von außen nicht zu sehen sind, sind aus Holz gebaut. Das Steuerungssystem, das jede einzelne Pfeife durch ein Drahtseil sowohl mit der Klaviatur in der Orgel als auch mit einer Elektronik verbindet, die vom Kirchenboden aus ferngesteuert werden kann, ist auch eine helle Freude.
So viele Pfeifen auf einem Haufen habe ich jedenfalls noch nie zuvor gesehen.
Vor allem aber gab es anlässlich des Fests eine Führung durch die Orgel in der Kathedrale von Lausanne, und bei einer richtigen, 40 Tonnen schweren Orgel ist der Begriff der Führung durchaus ernst zu nehmen.
Zunächst erzählte der Organist, der die Führung leitete, ein paar grundsätzliche Dinge über Orgeln und stellte sich dann den Fragen der Zuhörer, wobei es sich als großartig erwies, dass die Führung hauptsächlich für Familien angepriesen worden war, denn die anwesenden Kinder stellten Fragen, an deren Qualität Erwachsene wohl kaum herangekommen wären. Wobei ich doch etwas schmunzeln musste und mich fragte, ob sich nicht-schweizer Kinder auch die Frage stellen, wie man so eine Orgel eigentlich putzt. Die Antwort im Übrigen: Die Klaviatur wird natürlich regelmässig staubgewischt, aber ein richtiges Großreinemachen, bei dem die Orgel auseinandergenommen und wieder zusammengebaut wird, wird nur alle 15 bis 20 Jahre erledigt. Wenigstens Orgeln werden noch für die Ewigkeit gebaut.
Danach betraten wir die eigentliche Orgel, wodurch diese Führung ihren Namen wirklich verdiente. Der Anblick lässt sich schlecht in Worte fassen, und einen Fotoapparat hatte ich nicht dabei. Daher belasse ich es dabei, zu sagen, dass der Eindruck einer Orgel von außen täuscht. Obwohl alle von außen sichtbaren Pfeifen metallisch sind, ist die deutliche Mehrheit der rund 7000 Pfeifen dieser Orgel aus Holz. Auch die größten, wohl etwa sechs Meter hohen Pfeifen, die sich weit im Hintergrund befinden und von außen nicht zu sehen sind, sind aus Holz gebaut. Das Steuerungssystem, das jede einzelne Pfeife durch ein Drahtseil sowohl mit der Klaviatur in der Orgel als auch mit einer Elektronik verbindet, die vom Kirchenboden aus ferngesteuert werden kann, ist auch eine helle Freude.
So viele Pfeifen auf einem Haufen habe ich jedenfalls noch nie zuvor gesehen.
Montag, Juni 01, 2009
Es brennt!
An der EPFL wird Sicherheit klein geschrieben. Das geschieht aus gutem Grund, schließlich sind die Schriftsprachen hier Französisch und Englisch. Interessant in dem Zusammenhang ist auch die Korrelation zwischen der Tatsache, dass Großbritannien den fortgeschrittensten Überwachungsstaat der Welt aufgebaut hat und der Tatsache, dass auf Englisch im Gegensatz zum Deutschen zwischen "safety" und "security" unterschieden wird. Offensichtlich machen sie sich dort mehr Gedanken zum Thema, was natürlich nicht automatisch bedeutet, dass sie auch die richtigen Schlussfolgerungen treffen.
Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Jeder Angestellte an der EPFL muss früher oder später ein Sicherheitstraining absolvieren, und ich war letzten Monat an der Reihe. Bei diesem Sicherheitstraining handelt es sich um eine etwa zweieinhalbstündige Veranstaltung, bei der uns zunächst eine Menge für mich vollkommen irrelevante Dinge erzählt wurden, unter anderem, dass ich meinen schönen imaginären weißen Laborkittel nur im Labor tragen soll, und welche Regeln ich bei der Handhabung gefährlicher Substanzen einhalten soll. Dieser theoretische Teil der Veranstaltung war also eher langweilig, und die Splatterfilme, die man uns in bester Staplerfahrer Klaus-Manier zeigte, haben das nur unwesentlich verbessert.
Danach ging es dann in ein kleines Wäldchen, wo für uns einige Dutzend Feuerlöscher und viel Benzin bereitgestellt worden war. Unter Anleitung eines ganz offensichtlich brandgehärteten Profis, der des Englischen kaum mächtig war und daher von einem nur unwesentlich besser Englisch sprechenden Gehilfen namens Jason King teilweise übersetzt wurde, durften wir auf verschiedenste Weise verschiedene Brandarten löschen, darunter auch einen Eisenbrand, ich meine natürlich, Metallbrand.
Dieser zweite Teil der Veranstaltung hat den langweiligen ersten Teil wieder mehr als wett gemacht. Schließlich hatte ich zuvor noch nie einen Feuerlöscher in der Hand gehabt. Abgesehen davon, dass das Spiel mit dem Feuer und -löscher durchaus Spaß machen kann, ist es für den unwahrscheinlichen Fall, dass es tatsächlich einmal brennen sollte, sicherlich wirklich von Vorteil, ein solches Gerät schon einmal in der Hand gehalten zu haben.
Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Jeder Angestellte an der EPFL muss früher oder später ein Sicherheitstraining absolvieren, und ich war letzten Monat an der Reihe. Bei diesem Sicherheitstraining handelt es sich um eine etwa zweieinhalbstündige Veranstaltung, bei der uns zunächst eine Menge für mich vollkommen irrelevante Dinge erzählt wurden, unter anderem, dass ich meinen schönen imaginären weißen Laborkittel nur im Labor tragen soll, und welche Regeln ich bei der Handhabung gefährlicher Substanzen einhalten soll. Dieser theoretische Teil der Veranstaltung war also eher langweilig, und die Splatterfilme, die man uns in bester Staplerfahrer Klaus-Manier zeigte, haben das nur unwesentlich verbessert.
Danach ging es dann in ein kleines Wäldchen, wo für uns einige Dutzend Feuerlöscher und viel Benzin bereitgestellt worden war. Unter Anleitung eines ganz offensichtlich brandgehärteten Profis, der des Englischen kaum mächtig war und daher von einem nur unwesentlich besser Englisch sprechenden Gehilfen namens Jason King teilweise übersetzt wurde, durften wir auf verschiedenste Weise verschiedene Brandarten löschen, darunter auch einen Eisenbrand, ich meine natürlich, Metallbrand.
Dieser zweite Teil der Veranstaltung hat den langweiligen ersten Teil wieder mehr als wett gemacht. Schließlich hatte ich zuvor noch nie einen Feuerlöscher in der Hand gehabt. Abgesehen davon, dass das Spiel mit dem Feuer und -löscher durchaus Spaß machen kann, ist es für den unwahrscheinlichen Fall, dass es tatsächlich einmal brennen sollte, sicherlich wirklich von Vorteil, ein solches Gerät schon einmal in der Hand gehalten zu haben.
Mittwoch, April 08, 2009
Trilinguales Kinovergnügen
Es ist eine Herausforderung, in einem Land zu leben, dessen Sprache man nicht souverän beherrscht. Etwas Absurdes erhält diese Herausforderung für mich dadurch, dass ich mich zwar in einem französischsprachigen Land befinde, aber größtenteils nicht in einem französischsprachigen Umfeld. Tatsächlich besteht unsere Arbeitsgruppe zwar aus einer recht vielseitigen Mischung verschiedener Nationalitäten, doch findet sich darunter - wenn man von der Sekretärin absieht - weder ein Schweizer noch ein Francophone (französischsprachige Schweizer sind also quasi doppelt ausgeschlossen).
Das hat zur Folge, dass ich de facto den ganzen Tag meist nur Englisch und Deutsch spreche. Eine Ausnahme dazu bietet die Lehre. Diese betreiben wir zwar im Wesentlichen auf Englisch, wenn aber Studenten eine Frage auf Französisch stellen, ist das auch in Ordnung. Dennoch ist die Folge davon, dass ich nun zwar bald ein halbes Jahr in Lausanne sein werde (wie die Zeit vergeht!), mein Französisch aber nach wie vor deutlich zu wünschen übrig lässt. Die außeruniversitären Aktivitäten, bei denen tatsächlich die Landessprache gesprochen werden, fallen eben im Vergleich zum Alltag oder zu Aktivitäten, bei denen andere Doktoranden dabei sind, die gar kein Französisch sprechen, recht gering aus.
Aber eigentlich wollte ich über ein anderes Phänomen berichten, das mich in diesem sprachlich gespaltenen Staat vergnügt hat. Es ist zu beobachten bei Kinobesuchen, zuletzt übrigens von Watchmen, einem meines Erachtens unnötig gewalthaltigen Film, der während eines großen Teils seiner beträchtlichen Laufzeit recht ziellos umhermäandert hat (Letzteres hat mich zugegebenermaßen etwas überrascht).
Nun habe ich zwar schon halbwegs erfolgreich französische Filme gesehen, aber erstens erfordert das noch viel anstrengende Konzentration und zweitens fand der Kinobesuch in einer Gruppe, die noch weniger im Französischen bewanderte Mitglieder umfasste, statt, also fiel die Wahl von VO (Anm.d.Ü.: OmU) nicht schwer. Vermutlich gibt es aber für die Schweiz minus den italienischsprachigen Teil nur eine VO. Und da man ja den Welschen schlecht einen englischsprachigen Film mit deutschen Untertiteln vorsetzen kann - umgekehrt natürlich genauso wenig - hat man sich in der Schweiz offenbar entschlossen, Filme grundsätzlich in beiden Sprachen zu untertiteln. Vorsichtigerweise sollte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, in der Deutschschweiz den Gegentest durchzuführen - womöglich ist es ja auch eine Frage der Kinokette.
Jedenfalls ist es durchaus amüsant, einen Kinotrailer zu sehen, an dessen Ende groß die Zahl "2009" steht, untertitelt zuerst mit "2009" und darunter noch einmal mit "En 2009" (als ob man die Botschaft nicht auch ganz ohne Untertitel verstehen würde), woraus der Sprachkundige messerscharf schließt, dass die deutschen Untertitel über den französischen stehen. Etwas schade sind die deutschsprachigen Untertitel aber. Immer wieder habe ich versucht, die französischen Untertitel mitzulesen, was auf Grund der Geschwindigkeit für mich schon anspruchsvoll genug war. Da aber leider zwischen dem Bild und den französischen Untertiteln auch noch deutscher Text steht, wird das Auge durch die leichter verständlichen deutschen Untertitel abgelenkt, weshalb ich meine Versuche letztendlich aufgegeben habe.
Das hat zur Folge, dass ich de facto den ganzen Tag meist nur Englisch und Deutsch spreche. Eine Ausnahme dazu bietet die Lehre. Diese betreiben wir zwar im Wesentlichen auf Englisch, wenn aber Studenten eine Frage auf Französisch stellen, ist das auch in Ordnung. Dennoch ist die Folge davon, dass ich nun zwar bald ein halbes Jahr in Lausanne sein werde (wie die Zeit vergeht!), mein Französisch aber nach wie vor deutlich zu wünschen übrig lässt. Die außeruniversitären Aktivitäten, bei denen tatsächlich die Landessprache gesprochen werden, fallen eben im Vergleich zum Alltag oder zu Aktivitäten, bei denen andere Doktoranden dabei sind, die gar kein Französisch sprechen, recht gering aus.
Aber eigentlich wollte ich über ein anderes Phänomen berichten, das mich in diesem sprachlich gespaltenen Staat vergnügt hat. Es ist zu beobachten bei Kinobesuchen, zuletzt übrigens von Watchmen, einem meines Erachtens unnötig gewalthaltigen Film, der während eines großen Teils seiner beträchtlichen Laufzeit recht ziellos umhermäandert hat (Letzteres hat mich zugegebenermaßen etwas überrascht).
Nun habe ich zwar schon halbwegs erfolgreich französische Filme gesehen, aber erstens erfordert das noch viel anstrengende Konzentration und zweitens fand der Kinobesuch in einer Gruppe, die noch weniger im Französischen bewanderte Mitglieder umfasste, statt, also fiel die Wahl von VO (Anm.d.Ü.: OmU) nicht schwer. Vermutlich gibt es aber für die Schweiz minus den italienischsprachigen Teil nur eine VO. Und da man ja den Welschen schlecht einen englischsprachigen Film mit deutschen Untertiteln vorsetzen kann - umgekehrt natürlich genauso wenig - hat man sich in der Schweiz offenbar entschlossen, Filme grundsätzlich in beiden Sprachen zu untertiteln. Vorsichtigerweise sollte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, in der Deutschschweiz den Gegentest durchzuführen - womöglich ist es ja auch eine Frage der Kinokette.
Jedenfalls ist es durchaus amüsant, einen Kinotrailer zu sehen, an dessen Ende groß die Zahl "2009" steht, untertitelt zuerst mit "2009" und darunter noch einmal mit "En 2009" (als ob man die Botschaft nicht auch ganz ohne Untertitel verstehen würde), woraus der Sprachkundige messerscharf schließt, dass die deutschen Untertitel über den französischen stehen. Etwas schade sind die deutschsprachigen Untertitel aber. Immer wieder habe ich versucht, die französischen Untertitel mitzulesen, was auf Grund der Geschwindigkeit für mich schon anspruchsvoll genug war. Da aber leider zwischen dem Bild und den französischen Untertiteln auch noch deutscher Text steht, wird das Auge durch die leichter verständlichen deutschen Untertitel abgelenkt, weshalb ich meine Versuche letztendlich aufgegeben habe.
Sonntag, Januar 18, 2009
Endlich wieder Oreos
Nachdem meine alte vertraute Freundin, die Digitalkamera, vor ein paar Monaten endgültig das Zeitliche gesegnet hat, habe ich gestern eine Nachfolgerin erstanden. Da Digitalkameras leider wenig dafür geeignet sind, sich selbst zu fotografieren, werde ich diesen Anlass nutzen, um ein weiteres denkwürdiges Ereignis zu dokumentieren.
Als ich nämlich beim selben Besuch des nächstgelegenen Einkaufszentrum im hiesigen Coop einkaufen war (und durch die Erwähnung dieser Tatsache lerne ich, dass man in der Schweiz mit Details handelt - viel sinnvoller als der entsprechende deutsche Begriff ist das aber auch nicht), fand ich zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit wieder Oreo-Cookies und konnte der Versuchung, selbige gleich zu kaufen, nicht widerstehen.

Etwas enttäuscht war ich nur ob der Tatsache, dass hier noch mehr Müll entsteht als bei den Packungsvarianten, die ich in den USA kennengelernt habe.
Als ich nämlich beim selben Besuch des nächstgelegenen Einkaufszentrum im hiesigen Coop einkaufen war (und durch die Erwähnung dieser Tatsache lerne ich, dass man in der Schweiz mit Details handelt - viel sinnvoller als der entsprechende deutsche Begriff ist das aber auch nicht), fand ich zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit wieder Oreo-Cookies und konnte der Versuchung, selbige gleich zu kaufen, nicht widerstehen.

Etwas enttäuscht war ich nur ob der Tatsache, dass hier noch mehr Müll entsteht als bei den Packungsvarianten, die ich in den USA kennengelernt habe.
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