Gestern in der Sneak Preview lief ein koreanischer Monsterfilm namens "The Host". Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Das Grundgerüst der Story hatte kilometergroße Lücken. Durch Umweltverschmutzung entsteht ein böses, mutiertes Monster, das Menschen zum Fressen ansammelt. Die Tochter des Protagonisten überlebt das zufälligerweise, (fast) alle anderen sterben, bevor sie vom Monster endgültig verschlungen werden. Währenddessen lässt die Regierung das gesamte Gebiet, in dem sich das Wesen aufhält, tagelang abriegeln. Jeder, der sich versucht, dem Monster zu nähern - z.B. um seine Tochter zu retten - wird verfolgt, aber das Monster selbst lässt die Obrigkeit in Ruhe. Bis auf die Kinder verhalten sich alle Beteiligten im Film unglaublich tollpatschig... es ist zum Mäusemelken.
Trotzdem habe ich den Film sehr genossen, denn das Label "Monsterfilm" hat er eigentlich nicht verdient. Dazu waren zu viele Schichten vorhanden, die die vordergründige Action meistens verdrängt haben. So richtig begeistert war ich von den vielen drolligen Details, die mich immer wieder zum Lachen gebracht haben und mein Interesse am Film genährt haben. Da war diese unglaubliche Szene, in der der Großvater erzählt, dass sein Sohn ein wenig zurückgeblieben ist, weil er als Kind nicht genug Eiweiß bekommen hat. Ich frage mich, wie diese Szene auf einen "durchschnittlichen" Koreaner wirkt. Oder die Szene mit dem koreanischen Arzt, der das harmlose "Niemand hat auf mich gehört" mit dem viel stärkeren "Nobody fucking listened to me" übersetzt. Ähnlich habe ich mich auch gefühlt, als die Familienmitglieder um die Tochter weinend auf dem Boden kugelten und gleichzeitig versuchten, sich gegenseitig zu verprügeln. Da wusste ich wirklich nicht mehr, ob ich nun lachen sollte, weil die Szene komisch war, oder weil sie lächerlich war.
Insgesamt also wieder ein sehr angenehm verbrachter Abend, an dem wir einen Film der besonderen Art sehen konnten. Dafür habe ich heute morgen bitter mit Schlafmangel bezahlt, und die Zinseszinsen stehen leider auch noch aus...
Donnerstag, März 01, 2007
Mittwoch, Februar 28, 2007
Von Bäumen und Wäldern in Vista
Am Montag habe ich mein Praktikum bei SciFace angefangen, wo ich an der MuPAD-Bibliothek arbeiten werde. Der erste Tag verlief etwas chaotisch, da noch kein Arbeitsplatz für mich eingerichtet war. Dafür habe ich schon etwas neues über Resultanten gelernt.
Auf der Arbeit habe ich jetzt das Vergnügen, Windows Vista Ultimate zu benutzen, da offenbar der einzige freie Rechner ein Windows-Testrechner war. Ich muss sagen, das System ist äußerst gewöhnungsbedürftig.
Alles wirkt so bunt und ist daher schwer zu erkennen. Normalerweise habe ich keine größeren Schwierigkeiten, auch auf fremden Systemen die relevanten Icons schnell zu finden, aber in Vista fällt mir dies wirklich schwer.
Besonders der File-Dialog ist unheimlich überladen und unübersichtlich. Bis jetzt habe ich noch keinen Up-Button gefunden und ich weiß nicht, ob er sich einfach vor lauter Grafiken irgendwo versteckt hält, oder ob es wirklich keinen gibt.
Ich bin durchaus für Eye-Candy zu haben - aber bitte dezent. Bei Vista sieht man die Oberfläche vor lauter Eye-Candy nicht mehr.
Auf meinen Rechnern bleibe ich jedenfalls bei Kubuntu. Auf meinem Laptop läuft seit dem Wochenende eine Beta von Feisty Fawn, das Release, das im April kommen wird, und damit bin ich glücklich.
Auf der Arbeit habe ich jetzt das Vergnügen, Windows Vista Ultimate zu benutzen, da offenbar der einzige freie Rechner ein Windows-Testrechner war. Ich muss sagen, das System ist äußerst gewöhnungsbedürftig.
Alles wirkt so bunt und ist daher schwer zu erkennen. Normalerweise habe ich keine größeren Schwierigkeiten, auch auf fremden Systemen die relevanten Icons schnell zu finden, aber in Vista fällt mir dies wirklich schwer.
Besonders der File-Dialog ist unheimlich überladen und unübersichtlich. Bis jetzt habe ich noch keinen Up-Button gefunden und ich weiß nicht, ob er sich einfach vor lauter Grafiken irgendwo versteckt hält, oder ob es wirklich keinen gibt.
Ich bin durchaus für Eye-Candy zu haben - aber bitte dezent. Bei Vista sieht man die Oberfläche vor lauter Eye-Candy nicht mehr.
Auf meinen Rechnern bleibe ich jedenfalls bei Kubuntu. Auf meinem Laptop läuft seit dem Wochenende eine Beta von Feisty Fawn, das Release, das im April kommen wird, und damit bin ich glücklich.
Dienstag, Februar 27, 2007
Auf der Suche nach alten Bekannten
Fünf Jahre sind eine verdammt lange Zeit, im Internet erst recht. Jemanden wiederzufinden, zu dem man seit 2002 keinen echten Kontakt mehr hatte, kann sich als äußerst kompliziert herausstellen.
Vor etwa fünf Jahren habe ich zusammen mit einem Schulfreund in den Ferien einen Vertical Scroller names Return to the Shadows gebastelt. Das Spiel fand Anklang in einem Forum, und einige Überzeugungstäter haben mitgeholfen, das Spiel zu verbessern. Letztendlich ist das Projekt dann aber, wie so viele, eingeschlafen.
Vor etwas mehr als einem Monat hat mich jemand von damals dazu angesprochen. Ich habe den Staub vom Quellcode heruntergepustet und wieder ein bißchen Arbeit hineingesteckt. Ich bin erstaunlich gut wieder den Code hineingekommen, auch wenn sich mein Programmierstil in den letzten Jahren deutlich geändert hat. Was gut strukturierten Code ausmacht ändert sich eben nicht.
Mir fiel dabei auf, dass die Grafiken des Spiels nicht unter einer wohl definierten Lizenz stehen. Dies kann zum Problem werden, falls jemand anderes das Spiel jemals weiterentwickeln möchte. Also habe ich für mich beschlossen, die Grafiken unter Creative Commons ShareAlike 2.5 lizensieren zu wollen. Allerdings benötige ich dafür das "Okay" der anderen Autoren, und so zog ich aus, E-Mails zu schreiben.
Viele der E-Mail-Adressen von damals waren veraltet. Einige von ihnen existierten nicht mehr, andere waren verwaist und wurden nicht mehr abgerufen, oder waren vielleicht in anderen Besitz übergegangen. Über das vorher genannte Forum habe ich dann doch noch die fehlenden Personen gefunden - bis auf einen.
Ich bin gespannt, ob ich den auch noch finden werde. Wer weiß, wo der Fehlende inzwischen ist...
Vor etwa fünf Jahren habe ich zusammen mit einem Schulfreund in den Ferien einen Vertical Scroller names Return to the Shadows gebastelt. Das Spiel fand Anklang in einem Forum, und einige Überzeugungstäter haben mitgeholfen, das Spiel zu verbessern. Letztendlich ist das Projekt dann aber, wie so viele, eingeschlafen.
Vor etwas mehr als einem Monat hat mich jemand von damals dazu angesprochen. Ich habe den Staub vom Quellcode heruntergepustet und wieder ein bißchen Arbeit hineingesteckt. Ich bin erstaunlich gut wieder den Code hineingekommen, auch wenn sich mein Programmierstil in den letzten Jahren deutlich geändert hat. Was gut strukturierten Code ausmacht ändert sich eben nicht.
Mir fiel dabei auf, dass die Grafiken des Spiels nicht unter einer wohl definierten Lizenz stehen. Dies kann zum Problem werden, falls jemand anderes das Spiel jemals weiterentwickeln möchte. Also habe ich für mich beschlossen, die Grafiken unter Creative Commons ShareAlike 2.5 lizensieren zu wollen. Allerdings benötige ich dafür das "Okay" der anderen Autoren, und so zog ich aus, E-Mails zu schreiben.
Viele der E-Mail-Adressen von damals waren veraltet. Einige von ihnen existierten nicht mehr, andere waren verwaist und wurden nicht mehr abgerufen, oder waren vielleicht in anderen Besitz übergegangen. Über das vorher genannte Forum habe ich dann doch noch die fehlenden Personen gefunden - bis auf einen.
Ich bin gespannt, ob ich den auch noch finden werde. Wer weiß, wo der Fehlende inzwischen ist...
Montag, Februar 26, 2007
Assessment-Phase? Nein danke...
Der Bologna-Prozess ist toll. Studiengänge werden vergleichbar (wer's glaubt wird selig), der internationale Austausch wird einfacher (der hat auch schon einen Bart) und Studenten werden besser aufs echte Leben vorbereitet (was für eine Art der Vorbereitung wollen wir eigentlich?). Vor allem hat die Politik aber Angst vor Langzeitstudenten und will die deshalb loswerden.
Tut mir leid, wenn ich etwas zynisch bin, man kann das Ganze schließlich auch positiver formulieren. In der Tat steht man mit Beginn des Studiums vor einer großen Herausforderung. In der Schule wurde einem noch gesagt, wo's langgeht. In der Uni muss man sich den Weg selbst suchen. Und, Hand auf's Herz, vielen fällt das schwer. Manche schaffen es gar nicht, und bei vielen führt es dazu, dass sich das Studium ungewollt in die Länge zieht.
Einige der Akteure, die die neuen Studiengängen mit geplant haben, haben deshalb die sogenannte Assessment-Phase eingeführt (es mag noch andere Gründe für die Assessment-Phase geben, aber die will ich im Moment außen vor lassen). Es handelt sich dabei um ein verkürztes Grundstudium, das in den ersten beiden Semestern abgeschlossen werden soll.
Um dieser Forderung den nötigen Nachdruck zu verleihen, wurden Disziplinarmaßnahmen geschaffen. Wer die Veranstaltungen der ersten zwei Semester nicht innerhalb der vorgesehen Zeit erfolgreich mit entsprechenden Klausuren abschließen kann, bleibt sozusagen sitzen. Er darf noch einige wenige Veranstaltungen aus den höheren Semestern belegen, aber danach muss er solange warten, bis er seine Assessment-Phase abgeschlossen hat.
Den Planern der neuen Studiengänge erschien dies als geeignetes Mittel, die Studenten vom "Schlendrian" fernzuhalten (mit Gruß an den schlechtesten Dozenten, den ich jemals erlebt habe...).
Leider behindern sie damit auch Studenten, die ihr Studium gewissenhaft anpacken. So zum Beispiel der Fall eines Studenten, der im zweiten Semester eine Klausur wegen Krankheit nicht mitschreiben konnte. Alle anderen Klausuren hatte er problemlos bestanden, doch da es zu dieser einen Klausur keine Nachklausur gab, konnte er seine Assessment-Phase nicht in den ersten zwei Semestern abschließen. Er war ein guter Student, aber auf Grund der oben genannten Disziplinarmaßnahmen durfte er in seinem vierten Semester keine weitergehenden Veranstaltungen mehr belegen. Nur die Assessment-Phase konnte er endlich abschließen. Die fehlenden Veranstaltungen aus dem vierten Semester wird er im sechsten nachholen müssen, und so weiter.
Die Folge: Ohne eigenes Verschulden wird sich sein Studium vermutlich um ein Jahr verlängern.
Vielleicht können wir daraus eine Lehre auf der Meta-Ebene ziehen. Das Ziel der Macher dieses neuen Studiengangs war, die durchschnittliche Studienzeit zu verkürzen. Dazu führten sie ein negatives Anreizsystem ein: Wer die Zeit nicht einhält, wird bestraft. Und ein paar "Unschuldige" werden gleich mitbestraft. Vielleicht sollte stattdessen über ein positives Anreizsystem nachgedacht werden: Wer die Regelstudienzeit einhält, wird belohnt. Schon der psychologische Effekt ist ein viel besserer: Ein positives Anreizsystem stellt die Studenten nicht unter Generalverdacht.
Tut mir leid, wenn ich etwas zynisch bin, man kann das Ganze schließlich auch positiver formulieren. In der Tat steht man mit Beginn des Studiums vor einer großen Herausforderung. In der Schule wurde einem noch gesagt, wo's langgeht. In der Uni muss man sich den Weg selbst suchen. Und, Hand auf's Herz, vielen fällt das schwer. Manche schaffen es gar nicht, und bei vielen führt es dazu, dass sich das Studium ungewollt in die Länge zieht.
Einige der Akteure, die die neuen Studiengängen mit geplant haben, haben deshalb die sogenannte Assessment-Phase eingeführt (es mag noch andere Gründe für die Assessment-Phase geben, aber die will ich im Moment außen vor lassen). Es handelt sich dabei um ein verkürztes Grundstudium, das in den ersten beiden Semestern abgeschlossen werden soll.
Um dieser Forderung den nötigen Nachdruck zu verleihen, wurden Disziplinarmaßnahmen geschaffen. Wer die Veranstaltungen der ersten zwei Semester nicht innerhalb der vorgesehen Zeit erfolgreich mit entsprechenden Klausuren abschließen kann, bleibt sozusagen sitzen. Er darf noch einige wenige Veranstaltungen aus den höheren Semestern belegen, aber danach muss er solange warten, bis er seine Assessment-Phase abgeschlossen hat.
Den Planern der neuen Studiengänge erschien dies als geeignetes Mittel, die Studenten vom "Schlendrian" fernzuhalten (mit Gruß an den schlechtesten Dozenten, den ich jemals erlebt habe...).
Leider behindern sie damit auch Studenten, die ihr Studium gewissenhaft anpacken. So zum Beispiel der Fall eines Studenten, der im zweiten Semester eine Klausur wegen Krankheit nicht mitschreiben konnte. Alle anderen Klausuren hatte er problemlos bestanden, doch da es zu dieser einen Klausur keine Nachklausur gab, konnte er seine Assessment-Phase nicht in den ersten zwei Semestern abschließen. Er war ein guter Student, aber auf Grund der oben genannten Disziplinarmaßnahmen durfte er in seinem vierten Semester keine weitergehenden Veranstaltungen mehr belegen. Nur die Assessment-Phase konnte er endlich abschließen. Die fehlenden Veranstaltungen aus dem vierten Semester wird er im sechsten nachholen müssen, und so weiter.
Die Folge: Ohne eigenes Verschulden wird sich sein Studium vermutlich um ein Jahr verlängern.
Vielleicht können wir daraus eine Lehre auf der Meta-Ebene ziehen. Das Ziel der Macher dieses neuen Studiengangs war, die durchschnittliche Studienzeit zu verkürzen. Dazu führten sie ein negatives Anreizsystem ein: Wer die Zeit nicht einhält, wird bestraft. Und ein paar "Unschuldige" werden gleich mitbestraft. Vielleicht sollte stattdessen über ein positives Anreizsystem nachgedacht werden: Wer die Regelstudienzeit einhält, wird belohnt. Schon der psychologische Effekt ist ein viel besserer: Ein positives Anreizsystem stellt die Studenten nicht unter Generalverdacht.
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