Freitag, Mai 21, 2010

Pale Blue Dot

Angesichts all des Krisengeredes dieser Tage, das leider auch mich nicht kalt lässt, würde es uns allen gut tun, dieses vor gut zwanzig Jahren von Voyager 1 aufgenommene Bild zu betrachten.

Der einsame blaue Pixel, der fast wie eine Bildstörung anmutet, sollte dem Leser bekannt vorkommen.
Ich denke, das Bild spricht für sich, aber Carl Sagan hatte dazu auch noch etwas zu nachnamen.

Das ist alles.

Samstag, April 10, 2010

Besten- oder Oberschichtförderung?

Seit geraumer Zeit gibt es in den Begabtenförderungswerken in Deutschland eine Diskussion über soziale Gerechtigkeit, nicht zuletzt wegen der geplanten Erhöhung des Büchergelds auf 300 Euro, bei dem sich viele fragen, ob das Geld nicht andernorts sinnvoller eingesetzt wäre, zum Beispiel bei einer BAföG-ähnlichen Förderung, die auch vom Einkommen der Eltern abhängig ist.

Denn leider zeigt sich, dass in den Stipendienprogrammen eine extreme Ungleichheit herrscht, so dass oftmals aus einer gut gemeinten "Bestenförderung" leider nur eine "Oberschichtförderung" wird, die politisch vermieden werden muss. Das ist natürlich nicht nur die Schuld dieser Stipendienprogramme, denn wenn man sich ansieht, wer sich bei ihnen überhaupt bewirbt, dann sehen die Statistiken dort nicht viel besser aus.

Im konkreten Fall der Studienstiftung gibt es aber sicherlich Nachholbedarf, auch wenn der fragwürdige Chef des Ganzen, Gerhard Roth, das anders sieht (nach seiner Performance in Görlitz überrascht mich das nicht; aber ich bin mir recht sicher, dass Roth zumindest nicht die Mehrheit der Stipendiaten der Studienstiftung hinter sich hat). Denn selbst wenn die Auswahlgespräche tatsächlich nicht filternd wirken, muss jeder potentielle Stipendiat von seiner Schule oder einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden. Naturgemäß spielen bei diesem Vorgang unbewusste Vorurteile eine wichtige Rolle, und nach dem Prinzip "Gleich und Gleich gesellt sich gern" wird eine Professorin eher solche Studenten vorschlagen, die ihr selbst in Verhaltensmustern ähnlich sind. Dabei haben Studenten, die aus akademischen Familien kommen, einen enormen Startvorteil.

Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit der Selbstbewerbung, bei der man als Kandidat nicht mehr von einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden muss. Ich denke, das ist ein Schritt in die richtige Richtung (auch wenn die prominente Platzierung einer Consulting-Firma extrem geschmacklos und für die Studienstiftung absolut unwürdig ist), wobei natürlich auch hier dank gut bekannter Selbstüber- bzw. -unterschätzungseffekte nicht unbedingt "die Richtigen" erwischt werden.

Wir haben noch einen langen Weg vor uns, um das Bildungssystem in Deutschland gerecht zu machen. Es ist klar, dass die größten Fehler eher am Anfang gemacht werden. Aber wir dürfen das nicht als Ausrede verwenden, um die Probleme, die auch im Hochschulbereich existieren, zu ignorieren.

Freitag, April 02, 2010

Professionelle Zyniker

Es wird Zeit, dass wir aufhören, Krieg zu führen.

Leider gibt es aber Kriegstreiber, die nicht davor zurückschrecken, die öffentliche Meinung bewusst zu manipulieren. Das fängt bei Anne Will an, die zu dem Thema klar Stellung nimmt: ihrer Meinung nach müsse der Krieg den Deutschen einfach nur richtig erklärt werden, dann würde schon eine Mehrheit für den Krieg stimmen (siehe die Abmoderation dieser Sendung).

Richtig unverhohlen ist die CIA, wie nun dank WikiLeaks bekannt wurde. Man freut sich hier darüber, dass die (demokratisch gewählten!) Regierungen von Frankreich und Deutschland den Volkswillen einfach ignorieren können und denkt über Strategien nach, die Meinung der Menschen zu manipulieren. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier.

Samstag, März 27, 2010

Weshalb Gott eifersüchtig ist

Zumindest der alttestamentarische Gott ist bekanntermaßen ein sehr eifersüchtiger Gott. Ich habe mich über den Grund dafür schon oft gewundert. Inzwischen vermute ich, dass er es einfach aus schlechter Erfahrung ist.

Es ist ja sehr gut belegt, dass der von Juden, Christen und Muslimen angebetete Gott über einen langen Zeitraum recht frei erfunden wurde. Man muss sich das mal klarmachen: Gott macht sich all die Arbeit, das Universum zu erschaffen. Gut, viele fanden das eher eine schlechte Idee, aber das sei mal dahingestellt. Jedenfalls denken sich dann die Einwohner dieses Universums einen anderen Gott aus, der dann die Lorbeeren für die Schöpfung kassiert! Da könnte man genauso gut gleich Goofy anbeten. Kein Wunder, dass der echte Gott sauer und auf den Hochstapler eifersüchtig ist. Das ist nur allzu menschlich.

P.S.: Clicky