Seit geraumer Zeit gibt es in den Begabtenförderungswerken in Deutschland eine Diskussion über soziale Gerechtigkeit, nicht zuletzt wegen der geplanten Erhöhung des Büchergelds auf 300 Euro, bei dem sich viele fragen, ob das Geld nicht andernorts sinnvoller eingesetzt wäre, zum Beispiel bei einer BAföG-ähnlichen Förderung, die auch vom Einkommen der Eltern abhängig ist.
Denn leider zeigt sich, dass in den Stipendienprogrammen eine extreme Ungleichheit herrscht, so dass oftmals aus einer gut gemeinten "Bestenförderung" leider nur eine "Oberschichtförderung" wird, die politisch vermieden werden muss. Das ist natürlich nicht nur die Schuld dieser Stipendienprogramme, denn wenn man sich ansieht, wer sich bei ihnen überhaupt bewirbt, dann sehen die Statistiken dort nicht viel besser aus.
Im konkreten Fall der Studienstiftung gibt es aber sicherlich Nachholbedarf, auch wenn der fragwürdige Chef des Ganzen, Gerhard Roth, das anders sieht (nach seiner Performance in Görlitz überrascht mich das nicht; aber ich bin mir recht sicher, dass Roth zumindest nicht die Mehrheit der Stipendiaten der Studienstiftung hinter sich hat). Denn selbst wenn die Auswahlgespräche tatsächlich nicht filternd wirken, muss jeder potentielle Stipendiat von seiner Schule oder einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden. Naturgemäß spielen bei diesem Vorgang unbewusste Vorurteile eine wichtige Rolle, und nach dem Prinzip "Gleich und Gleich gesellt sich gern" wird eine Professorin eher solche Studenten vorschlagen, die ihr selbst in Verhaltensmustern ähnlich sind. Dabei haben Studenten, die aus akademischen Familien kommen, einen enormen Startvorteil.
Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit der Selbstbewerbung, bei der man als Kandidat nicht mehr von einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden muss. Ich denke, das ist ein Schritt in die richtige Richtung (auch wenn die prominente Platzierung einer Consulting-Firma extrem geschmacklos und für die Studienstiftung absolut unwürdig ist), wobei natürlich auch hier dank gut bekannter Selbstüber- bzw. -unterschätzungseffekte nicht unbedingt "die Richtigen" erwischt werden.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns, um das Bildungssystem in Deutschland gerecht zu machen. Es ist klar, dass die größten Fehler eher am Anfang gemacht werden. Aber wir dürfen das nicht als Ausrede verwenden, um die Probleme, die auch im Hochschulbereich existieren, zu ignorieren.
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Samstag, April 10, 2010
Freitag, Juli 03, 2009
Es geht um die Wurst
XKCD ist bekannt für Insiderwitze. Vor nicht allzu langer Zeit gab es zum Beispiel diesen Comic, der recht lustig ist - aber eben nur, wenn man versteht, worum es geht.
Das bringt mich auf meine Reise nach Århus, Dänemark, wo das 25. Symposium on Computational Geometry stattfand. Die Aufregung um das in Kopenhagen gebliebene Gepäck klärte sich zum Glück einigermaßen zügig (oder wäre bei diesem Verkehrsmittel das Adjektiv "flügig" angebrachter?). Nachdem ich mich schon damit abgefunden hatte, keine Kleider zum Wechseln dabei zu haben, und bereits eingeschlafen war, wurde ich von brutalstem Telefonklingen wieder aufgeweckt und erhielt die frohe Botschaft, das Gepäck sei ins Hotel nachgeliefert worden. So konnte ich auch in der ersten Nacht schon ruhiger schlafen.
Auf meiner ersten richtigen Mathematik-Konferenz durfte ich dann auch das Paper präsentieren, das aus meiner Diplomarbeit hervorgegangen ist. Das war zwar in der letzten Session, lief aber gut, auch mit dem etwas ungewohnten Mikrogestell, das man sonst von irgendwelchen Entertainern oder Bühnenshows kennt. Auch sonst war die Konferenz eine interessante Erfahrung. Ich hatte lange nicht mehr so viel Kuchen gegessen wir dort in den Pausen, und natürlich war es hochinteressant, das soziale Gefüge zu beobachten, nicht zuletzt auf dem Business Meeting, in dem es um die organisatorischen Aspekte der Konferenz sowie um Entscheidungen über die zukünftige Durchführung der Konferenz ging. Die sich im Kreis drehenden und nervtötenden Diskussionen dort waren kein Deut besser als die durchschnittlichen Stupa- oder KoMa-Diskussionen. (Wobei ich klarstellen möchte, dass nicht die Tatsache, dass diskutiert wurde, nervtötend war. Vielmehr ist mein Kritikpunkt die Art und Weise, wie "diskutiert" wurde. Der Unterschied ist sehr wichtig.)
Århus selbst ist übrigens ein schönes kleines Städtchen. Morgens wurde man von Schwärmen entgegenkommender Radfahrerinnen und -außen auf dem Weg zur Arbeit begrüßt, dass man sich schon fragen musste, ob dort das Phänomen des Fahrradstaus bereits bekannt ist. Der Campus der Universität ist richtig schön unter Bäumen gelegen. Kurios war ein kleiner Platz im Park neben dem Rathaus. In der Mitte des kreisrunden Platzes steht eine Statue einer nackten Schwangeren. Obwohl man am Rand des Platzes überall Bänke hinstellen hätte können, stehen dort demonstrativ nur drei Bänke so ausgerichtet, dass man von ihnen aus die Statue von vorne sieht - und neben den Bänken steht ein für Spritzen designierter Mülleimer. Insgesamt hatte ich aber einfach den Eindruck einer schönen, nicht zu großen, aber eben auch nicht zu kleinen Stadt. Lediglich das Wetter war etwas enttäuschend. Hier ist der Blick vom Campus in Richtung Innenstadt:

Sympathisch fand ich auch die Sprache. Begeisternderweise spricht dort zwar sowieso jeder Englisch (wenn nicht sogar Deutsch), und das auch noch richtig gut, aber es ist auch schön, den Eindruck einer anderen Sprache zu bekommen. Ich sage anders, denn ganz fremd ist die Sprache uns natürlich nicht, auch wenn es eben immer wieder Unterschiede gibt, die schnell zu witzigen False Friends werden können. So wird man anscheinend beim Abendessen schon mal vom Retter vor dem Hungern bewahrt. Andernorts wird dagegen sehr häufig besonders eins gerettet:

Was das Ganze jetzt eigentlich mit dem ersten Absatz zu tun hat? Meine Erdös-Zahl ist von ∞ auf 3 gesunken, via Fritz Eisenbrand bzw. Thomas Rothvoß und János Pach. Und wer sich über den Titel dieses Eintrags wundert, der möge doch über die Abkürzung des Konferenznamens nachdenken und der Kreativität freien Lauf lassen.
Das bringt mich auf meine Reise nach Århus, Dänemark, wo das 25. Symposium on Computational Geometry stattfand. Die Aufregung um das in Kopenhagen gebliebene Gepäck klärte sich zum Glück einigermaßen zügig (oder wäre bei diesem Verkehrsmittel das Adjektiv "flügig" angebrachter?). Nachdem ich mich schon damit abgefunden hatte, keine Kleider zum Wechseln dabei zu haben, und bereits eingeschlafen war, wurde ich von brutalstem Telefonklingen wieder aufgeweckt und erhielt die frohe Botschaft, das Gepäck sei ins Hotel nachgeliefert worden. So konnte ich auch in der ersten Nacht schon ruhiger schlafen.
Auf meiner ersten richtigen Mathematik-Konferenz durfte ich dann auch das Paper präsentieren, das aus meiner Diplomarbeit hervorgegangen ist. Das war zwar in der letzten Session, lief aber gut, auch mit dem etwas ungewohnten Mikrogestell, das man sonst von irgendwelchen Entertainern oder Bühnenshows kennt. Auch sonst war die Konferenz eine interessante Erfahrung. Ich hatte lange nicht mehr so viel Kuchen gegessen wir dort in den Pausen, und natürlich war es hochinteressant, das soziale Gefüge zu beobachten, nicht zuletzt auf dem Business Meeting, in dem es um die organisatorischen Aspekte der Konferenz sowie um Entscheidungen über die zukünftige Durchführung der Konferenz ging. Die sich im Kreis drehenden und nervtötenden Diskussionen dort waren kein Deut besser als die durchschnittlichen Stupa- oder KoMa-Diskussionen. (Wobei ich klarstellen möchte, dass nicht die Tatsache, dass diskutiert wurde, nervtötend war. Vielmehr ist mein Kritikpunkt die Art und Weise, wie "diskutiert" wurde. Der Unterschied ist sehr wichtig.)
Århus selbst ist übrigens ein schönes kleines Städtchen. Morgens wurde man von Schwärmen entgegenkommender Radfahrerinnen und -außen auf dem Weg zur Arbeit begrüßt, dass man sich schon fragen musste, ob dort das Phänomen des Fahrradstaus bereits bekannt ist. Der Campus der Universität ist richtig schön unter Bäumen gelegen. Kurios war ein kleiner Platz im Park neben dem Rathaus. In der Mitte des kreisrunden Platzes steht eine Statue einer nackten Schwangeren. Obwohl man am Rand des Platzes überall Bänke hinstellen hätte können, stehen dort demonstrativ nur drei Bänke so ausgerichtet, dass man von ihnen aus die Statue von vorne sieht - und neben den Bänken steht ein für Spritzen designierter Mülleimer. Insgesamt hatte ich aber einfach den Eindruck einer schönen, nicht zu großen, aber eben auch nicht zu kleinen Stadt. Lediglich das Wetter war etwas enttäuschend. Hier ist der Blick vom Campus in Richtung Innenstadt:

Sympathisch fand ich auch die Sprache. Begeisternderweise spricht dort zwar sowieso jeder Englisch (wenn nicht sogar Deutsch), und das auch noch richtig gut, aber es ist auch schön, den Eindruck einer anderen Sprache zu bekommen. Ich sage anders, denn ganz fremd ist die Sprache uns natürlich nicht, auch wenn es eben immer wieder Unterschiede gibt, die schnell zu witzigen False Friends werden können. So wird man anscheinend beim Abendessen schon mal vom Retter vor dem Hungern bewahrt. Andernorts wird dagegen sehr häufig besonders eins gerettet:

Was das Ganze jetzt eigentlich mit dem ersten Absatz zu tun hat? Meine Erdös-Zahl ist von ∞ auf 3 gesunken, via Fritz Eisenbrand bzw. Thomas Rothvoß und János Pach. Und wer sich über den Titel dieses Eintrags wundert, der möge doch über die Abkürzung des Konferenznamens nachdenken und der Kreativität freien Lauf lassen.
Freitag, Juli 11, 2008
Pizzaseminar in Paderborn
Für meine letzten Monate in Paderborn habe ich mir vorgenommen, eine Tradition, die ich in den USA kennengelernt habe, bei uns einzuführen. In Oklahoma gab es von Mathematikstudenten selbst organisierte Seminare, die ich immer sehr interessant fand. Ein solches Seminar wird es auch in der kommenden vorlesungsfreien Zeit bei uns geben, eine vorläufige Planung steht bereits.
Dabei wünsche ich mir, dass Studenten aus Mathematik und Informatik (dort de facto wohl hauptsächlich im Bereich MuA) über Themen, mit denen sie sich gut auskennen, vortragen - oft werden das Vorträge über eine Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit sein. Auf diese Weise kann man nochmals in gemütlicherer Situation das Vortragen üben, während man als Zuhörer hoffentlich einen Einblick in viele verschiedene, interessante Bereiche der Mathematik und Informatik erhält, und das auf einem für Studenten angemessenen Niveau.
Für die kommenden Monate sieht die Planung bereits ziemlich gut aus. Ob sich das Pizzaseminar in Paderborn wirklich als Tradition etabliert liegt dann freilich nicht mehr in meiner Hand, sondern im Engagement derer, die nach mir kommen.
Dabei wünsche ich mir, dass Studenten aus Mathematik und Informatik (dort de facto wohl hauptsächlich im Bereich MuA) über Themen, mit denen sie sich gut auskennen, vortragen - oft werden das Vorträge über eine Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit sein. Auf diese Weise kann man nochmals in gemütlicherer Situation das Vortragen üben, während man als Zuhörer hoffentlich einen Einblick in viele verschiedene, interessante Bereiche der Mathematik und Informatik erhält, und das auf einem für Studenten angemessenen Niveau.
Für die kommenden Monate sieht die Planung bereits ziemlich gut aus. Ob sich das Pizzaseminar in Paderborn wirklich als Tradition etabliert liegt dann freilich nicht mehr in meiner Hand, sondern im Engagement derer, die nach mir kommen.
Donnerstag, Mai 15, 2008
Lang lebe die Langeweile
Als Student hat man's nicht leicht; als Studentin auch nicht, aber erstens kann ich da weniger aus Erfahrung sprechen und zweitens will ich Frauen nicht durch doppelte Erwähnung bevorzugen. Daher belasse ich es im Folgenden beim einfachen generischen Maskulin in der Hoffnung, meine Leserinnen können diese Entscheidung nachvollziehen.
Es gibt viel zu tun im Studium, und das Klischee vom nichtstuenden Studenten ist, seit der Einführung von Bachelorstudiengängen sowieso, leider ziemlich falsch. Natürlich ist das aus egoistischen Gründen zu bedauern, aber das "leider" ist in diesem Fall gar nicht egoistisch gemeint - oder vielleicht doch, je nachdem aus welcher Warte man das Folgende betrachten mag.
Viel zu tun zu haben (auf bolognadeutsch nennt man das eine hohe Workload) hat nämlich - oh Wunder - zur Folge, dass man als Student weniger Leerlauf hat und damit nicht die Ruhe zur distanzierten Reflexion findet. Für erbsenzählende Wirtschaftswissenschaftler mag das in Ordnung sein (und der erboste Wirtschaftswissenschaften studierende Leser möge beachten, dass vor dem Nomen bewusst ein Adjektiv steht), für Mathematiker ist es fatal.
Am Besten erzähle ich dazu eine kleine Geschichte. Ich war in der letzten Woche in Lausanne zu Besuch bei Prof. Eisenbrand. Vordergründig ging es darum, meine Diplomarbeit voranzubringen, und das hat auch ganz gut geklappt. Viel wichtiger war aber, dass ich dort zwar in einer arbeitsamen Atmosphäre war, aber doch dem belasteten Unialltag entrückt.
Diese Kombination hat dazu geführt, dass ich mit einer neuen Ruhe über Kategorien nachgedacht habe, obwohl diese überhaupt nichts mit meiner Diplomarbeit zu tun hat. Ich hatte mit ihr vor über einem Jahr in der Vorlesung Darstellungen von Köchern zum ersten Mal Kontakt, aber so richtig anfreunden konnte ich mich mit all den kommutativen Diagrammen und universellen Eigenschaften nie.
Frei von jeglichem Druck von außen hat es in Lausanne dann auf einmal in ganz vieler Hinsicht geklickt. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was da genau passiert ist. Jedenfalls verstehe ich jetzt auf intuitivere Art, was eine universelle Eigenschaft ist, was projektive und injektive Moduln oder Produkte und Coprodukte sind.
Diese Art der Erkenntnis lebt davon, dass man in Ruhe über ein Thema nachdenkt, dem eigenen Tempo und den eigenen Bedürfnissen folgend. Sie erfordert, dass man sich selbst Fragen stellt und nach ihren Antworten sucht. Dafür braucht es Langeweile. Sie ist die Mutter der Erkenntnis.
Es gibt viel zu tun im Studium, und das Klischee vom nichtstuenden Studenten ist, seit der Einführung von Bachelorstudiengängen sowieso, leider ziemlich falsch. Natürlich ist das aus egoistischen Gründen zu bedauern, aber das "leider" ist in diesem Fall gar nicht egoistisch gemeint - oder vielleicht doch, je nachdem aus welcher Warte man das Folgende betrachten mag.
Viel zu tun zu haben (auf bolognadeutsch nennt man das eine hohe Workload) hat nämlich - oh Wunder - zur Folge, dass man als Student weniger Leerlauf hat und damit nicht die Ruhe zur distanzierten Reflexion findet. Für erbsenzählende Wirtschaftswissenschaftler mag das in Ordnung sein (und der erboste Wirtschaftswissenschaften studierende Leser möge beachten, dass vor dem Nomen bewusst ein Adjektiv steht), für Mathematiker ist es fatal.
Am Besten erzähle ich dazu eine kleine Geschichte. Ich war in der letzten Woche in Lausanne zu Besuch bei Prof. Eisenbrand. Vordergründig ging es darum, meine Diplomarbeit voranzubringen, und das hat auch ganz gut geklappt. Viel wichtiger war aber, dass ich dort zwar in einer arbeitsamen Atmosphäre war, aber doch dem belasteten Unialltag entrückt.
Diese Kombination hat dazu geführt, dass ich mit einer neuen Ruhe über Kategorien nachgedacht habe, obwohl diese überhaupt nichts mit meiner Diplomarbeit zu tun hat. Ich hatte mit ihr vor über einem Jahr in der Vorlesung Darstellungen von Köchern zum ersten Mal Kontakt, aber so richtig anfreunden konnte ich mich mit all den kommutativen Diagrammen und universellen Eigenschaften nie.
Frei von jeglichem Druck von außen hat es in Lausanne dann auf einmal in ganz vieler Hinsicht geklickt. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was da genau passiert ist. Jedenfalls verstehe ich jetzt auf intuitivere Art, was eine universelle Eigenschaft ist, was projektive und injektive Moduln oder Produkte und Coprodukte sind.
Diese Art der Erkenntnis lebt davon, dass man in Ruhe über ein Thema nachdenkt, dem eigenen Tempo und den eigenen Bedürfnissen folgend. Sie erfordert, dass man sich selbst Fragen stellt und nach ihren Antworten sucht. Dafür braucht es Langeweile. Sie ist die Mutter der Erkenntnis.
Donnerstag, Oktober 18, 2007
... und jetzt ist er vier Jahre alt
Ich komme gerade von meinem Midterm in Introduction to Differential Geometry - meinem ersten und vorläufig einzigem Exam hier - zurück, und meine Güte, leicht ist gar kein Ausdruck. Ich fühle mich an den LK Physik erinnert, in dem unser Lehrer Simmerl immer zu etwa zwei Dritteln Aufgaben aus früheren Abiturklausuren gestellt hat. Da jeder von uns Bücher mit alten Abituraufgaben samt Lösungen hatte, war das schon etwas lächerlich. Die Klausur heute bestand zu 90% aus Aufgaben, die bereits als Assignments gestellt wurden und war dann auch noch ein "Open book exam". Trotzdem waren fünf von sieben Leuten im Kurs auch nach 50 von 60 Minuten in die Arbeit vertieft. Nun ja. Nachdem ich das Treiben ein wenig beobachtet hatte bin ich früher gegangen, um einen früheren Bus nach Hause zu erwischen, aber das ist eine andere Geschichte.
Gestern erst habe ich mich mit Nilson, einem meiner kolumbianischen Mitbewohner, darüber unterhalten, dass Menschen gerne übers Wetter reden, wenn sie über nichts reden wollen. Hier an der OU hat das Wetter natürlich dank National Weather Center nochmal einen ganz anderen Stellenwert (und man kann sich über Tornados, ähh, ich meine natürlich Tornados unterhalten!), aber das ist hier nicht der Punkt. Worauf ich hinaus will ist, dass es unter internationalen Studenten ungefähr genauso beliebt ist, sich über die vielen Exams, Quizzes und Papers zu beschweren. Für fast alle ist die Arbeitslast hier anscheinend größer als in der jeweiligen Heimat. Angenehmerweise kann ich da nicht mitreden, denn zumindest die offiziell geforderte Arbeitslast ist hier definitiv niedriger als bei uns in Paderborn.
Ich habe hier vier Vorlesungen, die jeweils nominell drei Wochenstunden haben. Man muss dazu wissen, dass alle meine Vorlesungen (und überhaupt die meisten der Vorlesungen uniweit) auf einer von zwei Schienen laufen. Einmal gibt es die MWF-Schiene, das bedeutet montags, mittwochs und freitags jeweils 50 Minuten, und die TR-Schiene, das bedeutet dienstags und donnerstags jeweils 75 Minuten. Zusätzliche Übungsgruppen gibt es nicht, woraus ein recht überschaubarer und vor allem einfacher Stundenplan entsteht, denn statt fünf muss man sich nur zwei Tage merken.
Es wird durchaus erwartet, dass man Vorlesungen nacharbeitet, aber etwa regelmässige Übungszettel gibt es in keiner meiner Vorlesungen. Am nächsten kommt Convexity Theory, wo Übungsaufgaben regelmässig an der Tafel vorgestellt werden. Und da ich nun schon zwei Vorlesungen erwähnt habe und sich die geneigte Leserin sicher die Frage stellt:
Meine erste Vorlesung MWF von 9.30 bis 10.20 ist Advanced Numerical Analysis I, eine meiner zwei Vorlesungen auf Graduate Level. So Advanced wie der Titel behauptet ist die Vorlesung natürlich nicht, aber sie deckt mit adäquatem Tempo ganz interessante Themen ab, z.B. Konvergenz von verschiedenen Varianten der Newton-Methode im R^n und die Conjugate Gradient Method zum Lösen von symmetrisch positiv definiten linearen Gleichungssystemen.
Direkt im Anschluss, von 10.30 bis 11.20, geht es in die Tiefkühlräume im Erdgeschoss für Convexity Theory, was sich am besten als Nelius-Vorlesung beschreiben lässt. Da wird auf Details rumgehackt und Dinge werden fünfmal wiederholt (gerne auch noch ein sechstes Mal). Thema sind, nachdem der ganze einfache Topologiekram endlich vorbei ist, z.B. ein Satz von Carathéodory und Separierbarkeit von konvexen Mengen.
TR geht es dann schon von 9.00 bis 10.15 mit Introduction to Differential Geometry los. Die Vorlesung ist bei einem lustigen Chinesen, an dessen "you low" = "you know" ich mich zum Glück rasch gewöhnt habe. Hier geht es um Kurven und Flächen im R^3, also Dinge, die ich in Hilgerts Global Analysis schon gesehen habe, nur nochmal auf anschaulich und deutlich weniger allgemein - und vor allem viel, viel langsamer. Es kommen aber auch ein paar Themen dazu, z.B. Frenet frames und die isoperimetrische Ungleichung. Und jede Stunde fragt er von Neuem, ob die Beweise auch nicht zu schwierig sind...
Von 13.30 bis 14.45 (ups, ich meine natürlich 1.30 bis 2.45) habe ich dann meine zweite Vorlesung auf Graduate Level, Topics in Number Theory. Das ist finsterste Algebra bei einem etwas merkwürdigen, aber sehr rigorosen Kauz. Prinzipiell geht es um diophantische Gleichungen, also ganzzahlige Lösungen von Polynomgleichungen in mehreren Variablen, aber man verliert sich leicht im Dschungel von algebraischen Körpererweiterungen und Moduln über Ringen von algebraischen ganzen Zahlen. Diese Vorlesung ist definitiv anspruchsvoll und ich würde nicht behaupten, den Überblick über das ganze Thema zu haben, vor allem, weil das alles wenig anschaulich ist.
Nebenbei besuche ich noch regelmässig zwei Seminare, im zweiten habe ich auch selbst einen Vortrag gehalten.
Als kleine Schlussbemerkung sollte ich vielleicht noch sagen, dass Analysis II bei Hilgert verdammt viel gebracht hat. Die Vorlesung war zwar eine Tortur; dafür muss ich jetzt nicht wie der Prof in Advanced Numerical Analysis mit partiellen Ableitungen rumhantieren, sondern sehe die Lösung von bestimmten Problemen sofort. Auch in Introduction to Differential Geometry hilft es enorm, wenn man nicht immer auf die Koordinatenebene gehen muss, sondern auf der Ebene von Vektoren und Matrizen denken kann.
P.S.: Es herrscht gewisse Uneinigkeit über das Alter. Wikiquote sagt, er ist jetzt drei Jahre alt, aber der erste Treffer bei einer Google-Suche spricht von vier Jahren. Andere Quellen reden sogar von fünf Jahren. Ich denke, der Median ist eine angemessene Wahl.
Gestern erst habe ich mich mit Nilson, einem meiner kolumbianischen Mitbewohner, darüber unterhalten, dass Menschen gerne übers Wetter reden, wenn sie über nichts reden wollen. Hier an der OU hat das Wetter natürlich dank National Weather Center nochmal einen ganz anderen Stellenwert (und man kann sich über Tornados, ähh, ich meine natürlich Tornados unterhalten!), aber das ist hier nicht der Punkt. Worauf ich hinaus will ist, dass es unter internationalen Studenten ungefähr genauso beliebt ist, sich über die vielen Exams, Quizzes und Papers zu beschweren. Für fast alle ist die Arbeitslast hier anscheinend größer als in der jeweiligen Heimat. Angenehmerweise kann ich da nicht mitreden, denn zumindest die offiziell geforderte Arbeitslast ist hier definitiv niedriger als bei uns in Paderborn.
Ich habe hier vier Vorlesungen, die jeweils nominell drei Wochenstunden haben. Man muss dazu wissen, dass alle meine Vorlesungen (und überhaupt die meisten der Vorlesungen uniweit) auf einer von zwei Schienen laufen. Einmal gibt es die MWF-Schiene, das bedeutet montags, mittwochs und freitags jeweils 50 Minuten, und die TR-Schiene, das bedeutet dienstags und donnerstags jeweils 75 Minuten. Zusätzliche Übungsgruppen gibt es nicht, woraus ein recht überschaubarer und vor allem einfacher Stundenplan entsteht, denn statt fünf muss man sich nur zwei Tage merken.
Es wird durchaus erwartet, dass man Vorlesungen nacharbeitet, aber etwa regelmässige Übungszettel gibt es in keiner meiner Vorlesungen. Am nächsten kommt Convexity Theory, wo Übungsaufgaben regelmässig an der Tafel vorgestellt werden. Und da ich nun schon zwei Vorlesungen erwähnt habe und sich die geneigte Leserin sicher die Frage stellt:
Meine erste Vorlesung MWF von 9.30 bis 10.20 ist Advanced Numerical Analysis I, eine meiner zwei Vorlesungen auf Graduate Level. So Advanced wie der Titel behauptet ist die Vorlesung natürlich nicht, aber sie deckt mit adäquatem Tempo ganz interessante Themen ab, z.B. Konvergenz von verschiedenen Varianten der Newton-Methode im R^n und die Conjugate Gradient Method zum Lösen von symmetrisch positiv definiten linearen Gleichungssystemen.
Direkt im Anschluss, von 10.30 bis 11.20, geht es in die Tiefkühlräume im Erdgeschoss für Convexity Theory, was sich am besten als Nelius-Vorlesung beschreiben lässt. Da wird auf Details rumgehackt und Dinge werden fünfmal wiederholt (gerne auch noch ein sechstes Mal). Thema sind, nachdem der ganze einfache Topologiekram endlich vorbei ist, z.B. ein Satz von Carathéodory und Separierbarkeit von konvexen Mengen.
TR geht es dann schon von 9.00 bis 10.15 mit Introduction to Differential Geometry los. Die Vorlesung ist bei einem lustigen Chinesen, an dessen "you low" = "you know" ich mich zum Glück rasch gewöhnt habe. Hier geht es um Kurven und Flächen im R^3, also Dinge, die ich in Hilgerts Global Analysis schon gesehen habe, nur nochmal auf anschaulich und deutlich weniger allgemein - und vor allem viel, viel langsamer. Es kommen aber auch ein paar Themen dazu, z.B. Frenet frames und die isoperimetrische Ungleichung. Und jede Stunde fragt er von Neuem, ob die Beweise auch nicht zu schwierig sind...
Von 13.30 bis 14.45 (ups, ich meine natürlich 1.30 bis 2.45) habe ich dann meine zweite Vorlesung auf Graduate Level, Topics in Number Theory. Das ist finsterste Algebra bei einem etwas merkwürdigen, aber sehr rigorosen Kauz. Prinzipiell geht es um diophantische Gleichungen, also ganzzahlige Lösungen von Polynomgleichungen in mehreren Variablen, aber man verliert sich leicht im Dschungel von algebraischen Körpererweiterungen und Moduln über Ringen von algebraischen ganzen Zahlen. Diese Vorlesung ist definitiv anspruchsvoll und ich würde nicht behaupten, den Überblick über das ganze Thema zu haben, vor allem, weil das alles wenig anschaulich ist.
Nebenbei besuche ich noch regelmässig zwei Seminare, im zweiten habe ich auch selbst einen Vortrag gehalten.
Als kleine Schlussbemerkung sollte ich vielleicht noch sagen, dass Analysis II bei Hilgert verdammt viel gebracht hat. Die Vorlesung war zwar eine Tortur; dafür muss ich jetzt nicht wie der Prof in Advanced Numerical Analysis mit partiellen Ableitungen rumhantieren, sondern sehe die Lösung von bestimmten Problemen sofort. Auch in Introduction to Differential Geometry hilft es enorm, wenn man nicht immer auf die Koordinatenebene gehen muss, sondern auf der Ebene von Vektoren und Matrizen denken kann.
P.S.: Es herrscht gewisse Uneinigkeit über das Alter. Wikiquote sagt, er ist jetzt drei Jahre alt, aber der erste Treffer bei einer Google-Suche spricht von vier Jahren. Andere Quellen reden sogar von fünf Jahren. Ich denke, der Median ist eine angemessene Wahl.
Donnerstag, Oktober 04, 2007
Landkarte 2.0 und gute Intentionen
Ich habe mich seit einiger Zeit ziemlich eingelebt hier in Norman. Anders formuliert, hier zu leben ist für mich inzwischen normal. Natürlich ist nach wie vor viel geboten: Nachdem ich zwei Wochen mit Fieber gekämpft habe war ich letztes Wochenende mit ein paar anderen Internationals in und um Tulsa unterwegs, und morgen geht es zum Red River Shootout nach Dallas, TX. Aber das ist ein andere Geschichte, die ich ein andermal erzählen werde.
Apartmentparties gibt es hier zur Genüge, aber ein bißchen weniger als letztes Jahr sind es wohl, berichten zumindest alte Hasen wie Aissata aus Mali. In der Hinsicht hat sich die Strategie der Verwaltung ausgezahlt, viele der Austauschstudenten in den Kraettli Apartments unterzubringen und die Internationals-Dichte so zu reduzieren. Nun sind diese Apartments nicht wirklich grausam, sondern - abgesehen von der unangenehmen Tatsache, dass sich hier zwei Studenten ein Zimmer teilen, der Begriff Roommate also wirklich wörtlich zu nehmen ist - durchaus mit einem Studentenwohnheim wie dem Vogeliusweg vergleichbar. Aber wenn man diese Apartments direkt neben Traditions Square stellt ist es kein Wunder, dass Kraettli liebevoll "The Ghetto" genannt wird. Immerhin ist die Miete für Austauschstudenten dort mit 65$ im Monat wirklich spottbillig.
Über die Apartmentparties werde ich sicher auch noch berichten, aber vorher wird es Zeit, euch Lesern eine Vorstellung davon zu vermitteln, wo ich hier eigentlich bin. Keine Angst, ich werde euch noch nicht durch Fotos erfreuen, aber als ersten Vorgeschmack gibt es eine Landkarte mit Anmerkungen. Ich sollte vielleicht anmerken, dass der Campus viel grüner ist als auf den veralteten Satellitenbildern.
Im Laufe der Zeit werde ich die Karte sicher noch ergänzen, aber ich wünsche euch schon einmal viel Spaß beim Erkunden. Einer der Punkte auf der Landkarte verdient ein paar zusätzliche Bemerkungen.
Das Physical Sciences Center ist das Gebäude, in dem alle meine Vorlesungen stattfinden. Die beiden 4000er-Kurse finden im fensterlosen, tiefgekühlten Erdgeschoss statt, die beiden Graduate Level-Kurse im 8. Stock im Turm des Gebäudes. Im Gegensatz zu den ersten vier Stockwerken gibt es dort zwar Fenster, aber da der Seminarraum schlauerweise ins Turminnere gebaut wurde ist er auch fensterlos. Lediglich das Pizza Seminar, zu dem ich regelmässig gehe, findet ganz oben im 11. Stock in einem Raum statt, der einen tollen Blick auf den Campus bietet.
Das Physical Sciences Center ist ein fahler Betonblock - mit Abstand das hässlichste Gebäude auf dem Campus. Seine Form hat ihm den Spitznamen "Blender" eingebracht, aber dank Fenstermangel bevorzuge ich den Begriff "Bunker". Es ranken sich eine Menge Legenden um dieses Gebäude, das Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurde. Angeblich hatte man - typisch Amerikaner - Angst. Nicht vor Terroristen, denn die waren damals noch nicht "in", und auch nicht vor Commies, denn die waren zum Glück weit weg, sondern vor randalierenden protestierenden Studierenden (Deutsch ist schon eine tolle Sprache!). Dementsprechend wurde das Gebäude so eingerichtet, dass die wichtigen Büros leicht abgeschirmt werden können und niemand etwa durch Einschlagen einer Fensterscheibe in einen Bereich kommen kann, in den er nicht gehört. Ich habe keine Ahnung, wie viel Wahrheit in dieser Geschichte steckt, aber wenn sie falsch ist, so ist sie doch gut erfunden.
Eine andere Geschichte, deren Wahrheitsgehalt sicherlich höher ist, zeugt von guten Intentionen und grauenvoll mangelhafter Umsetzung. Der damalige Department Chair der Mathematik - ich vergaß den Namen - war zwar als Mathematiker wenig einflussreich, hatte aber anscheinend viele Ideen, was die Lehre der Mathematik anbelangte. Er war an der Planung des Gebäudes beteiligt und wünschte sich einen Dachgarten auf dem vierten Stock des Gebäudes (die Basis des Gebäudes geht nur bis zum vierten Stock; der darauf aufsetzende Turm hat eine wesentlich kleinere Grundfläche - auf den Satellitenbildern kann man das erkennen). In dem Dachgarten sollten Professoren und Graduate Students der Mathematik in angenehmer Atmosphäre an Problemen arbeiten oder einfach ihren Gedanken nachhängen können. Natürlich war dem Menschen klar, dass Mathematiker oft schriftlich denken, und Papier ist in einem Dachgarten bei Wind etwas problematisch. Also sollten in dem Dachgarten Glastische mit Markern installiert werden. Schade, dass daraus trotz Sputnik-Geldern nichts geworden ist...
Apartmentparties gibt es hier zur Genüge, aber ein bißchen weniger als letztes Jahr sind es wohl, berichten zumindest alte Hasen wie Aissata aus Mali. In der Hinsicht hat sich die Strategie der Verwaltung ausgezahlt, viele der Austauschstudenten in den Kraettli Apartments unterzubringen und die Internationals-Dichte so zu reduzieren. Nun sind diese Apartments nicht wirklich grausam, sondern - abgesehen von der unangenehmen Tatsache, dass sich hier zwei Studenten ein Zimmer teilen, der Begriff Roommate also wirklich wörtlich zu nehmen ist - durchaus mit einem Studentenwohnheim wie dem Vogeliusweg vergleichbar. Aber wenn man diese Apartments direkt neben Traditions Square stellt ist es kein Wunder, dass Kraettli liebevoll "The Ghetto" genannt wird. Immerhin ist die Miete für Austauschstudenten dort mit 65$ im Monat wirklich spottbillig.
Über die Apartmentparties werde ich sicher auch noch berichten, aber vorher wird es Zeit, euch Lesern eine Vorstellung davon zu vermitteln, wo ich hier eigentlich bin. Keine Angst, ich werde euch noch nicht durch Fotos erfreuen, aber als ersten Vorgeschmack gibt es eine Landkarte mit Anmerkungen. Ich sollte vielleicht anmerken, dass der Campus viel grüner ist als auf den veralteten Satellitenbildern.
Im Laufe der Zeit werde ich die Karte sicher noch ergänzen, aber ich wünsche euch schon einmal viel Spaß beim Erkunden. Einer der Punkte auf der Landkarte verdient ein paar zusätzliche Bemerkungen.
Das Physical Sciences Center ist das Gebäude, in dem alle meine Vorlesungen stattfinden. Die beiden 4000er-Kurse finden im fensterlosen, tiefgekühlten Erdgeschoss statt, die beiden Graduate Level-Kurse im 8. Stock im Turm des Gebäudes. Im Gegensatz zu den ersten vier Stockwerken gibt es dort zwar Fenster, aber da der Seminarraum schlauerweise ins Turminnere gebaut wurde ist er auch fensterlos. Lediglich das Pizza Seminar, zu dem ich regelmässig gehe, findet ganz oben im 11. Stock in einem Raum statt, der einen tollen Blick auf den Campus bietet.
Das Physical Sciences Center ist ein fahler Betonblock - mit Abstand das hässlichste Gebäude auf dem Campus. Seine Form hat ihm den Spitznamen "Blender" eingebracht, aber dank Fenstermangel bevorzuge ich den Begriff "Bunker". Es ranken sich eine Menge Legenden um dieses Gebäude, das Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurde. Angeblich hatte man - typisch Amerikaner - Angst. Nicht vor Terroristen, denn die waren damals noch nicht "in", und auch nicht vor Commies, denn die waren zum Glück weit weg, sondern vor randalierenden protestierenden Studierenden (Deutsch ist schon eine tolle Sprache!). Dementsprechend wurde das Gebäude so eingerichtet, dass die wichtigen Büros leicht abgeschirmt werden können und niemand etwa durch Einschlagen einer Fensterscheibe in einen Bereich kommen kann, in den er nicht gehört. Ich habe keine Ahnung, wie viel Wahrheit in dieser Geschichte steckt, aber wenn sie falsch ist, so ist sie doch gut erfunden.
Eine andere Geschichte, deren Wahrheitsgehalt sicherlich höher ist, zeugt von guten Intentionen und grauenvoll mangelhafter Umsetzung. Der damalige Department Chair der Mathematik - ich vergaß den Namen - war zwar als Mathematiker wenig einflussreich, hatte aber anscheinend viele Ideen, was die Lehre der Mathematik anbelangte. Er war an der Planung des Gebäudes beteiligt und wünschte sich einen Dachgarten auf dem vierten Stock des Gebäudes (die Basis des Gebäudes geht nur bis zum vierten Stock; der darauf aufsetzende Turm hat eine wesentlich kleinere Grundfläche - auf den Satellitenbildern kann man das erkennen). In dem Dachgarten sollten Professoren und Graduate Students der Mathematik in angenehmer Atmosphäre an Problemen arbeiten oder einfach ihren Gedanken nachhängen können. Natürlich war dem Menschen klar, dass Mathematiker oft schriftlich denken, und Papier ist in einem Dachgarten bei Wind etwas problematisch. Also sollten in dem Dachgarten Glastische mit Markern installiert werden. Schade, dass daraus trotz Sputnik-Geldern nichts geworden ist...
Sonntag, September 09, 2007
Kreidezeit...
... wenigstens kein Jura. Passenderweise befinden sich sowohl das Museum of Natural History (in dem ich noch nicht war) als auch das College of Law (in dem ich nie sein werde) in unmittelbarer Nähe meines Apartments. Und das Rätsel, das wohl nie gelöst werden wird: Warum sprechen die Franzosen "law" eigentlich so aus, dass es sich wie ein verkorkstes "low" anhört? Ich war in der Tat sehr verwundert, als mir einige Franzosen erklären wollten, dass sie niedrig studieren.
Ich habe einen ziemlichen Rückstand, was meine Berichte angeht. Leider bin ich im Moment zu müde, um einen angemessen ausführlichen Eintrag zu verfassen. Daher muss ich vor allem loswerden, wie ich vor einigen Tagen geschockt wurde. An die merkwürdige Eins und Sieben habe ich mich ja schon gewöhnt, und auch die abstrusen Einheiten, die die Einheimischen hier verwenden, verlieren mit der Zeit an Abschreckpotenzial. Aber eine meiner Profs hier schreibt das Epsilon tatsächlich als \epsilon anstatt als \varepsilon. Du meine Güte, sieht das hässlich aus!
Dafür habe ich mich in die tolle, staubfreie Kreide hier verliebt. Sowas brauchen wir bei uns auch.
Ich habe einen ziemlichen Rückstand, was meine Berichte angeht. Leider bin ich im Moment zu müde, um einen angemessen ausführlichen Eintrag zu verfassen. Daher muss ich vor allem loswerden, wie ich vor einigen Tagen geschockt wurde. An die merkwürdige Eins und Sieben habe ich mich ja schon gewöhnt, und auch die abstrusen Einheiten, die die Einheimischen hier verwenden, verlieren mit der Zeit an Abschreckpotenzial. Aber eine meiner Profs hier schreibt das Epsilon tatsächlich als \epsilon anstatt als \varepsilon. Du meine Güte, sieht das hässlich aus!
Dafür habe ich mich in die tolle, staubfreie Kreide hier verliebt. Sowas brauchen wir bei uns auch.
Mittwoch, August 08, 2007
Stein vom Herzen
Es war toll, gestern abend noch einmal mit Freunden den Abschied zu begehen. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich den "Bombenbastelbeutel" von Lars mit den 8 Ohm Widerstand mit ins Handgepäck nehmen soll. Ich tendiere aber ganz stark dazu, denn ein bißchen Spaß muss schon sein. Die Brotbackmischung von Andreas für die Midterms kommt aber auf jeden Fall mit.
Nachdem gestern das leidige Thema "Visum" noch bedrückend im Raum hing, fand ich heute Mittag endlich mein Reisepass im Briefkasten. Ich habe zwar noch viel zu Packen, aber im Wesentlichen kann ich jetzt ganz entspannt meiner Abreise entgegensehen, denn die Formalien sind erledigt.
Ach ja, Formalien: Heute kam endlich ein Brief der Uni, dass meinem Antrag auf Studiengebührenbefreiung für das Auslandssemester stattgegeben wird, eine ganze Woche vor Ablauf der Rückmeldefrist, und etwa einen Monat, nachdem ich den Antrag eingereicht habe. Ich fühle mich dafür fast schon schuldig, denn nun trage ich das "Girl&Boykott"-T-Shirt, ohne mich am Studiengebührenboykott zu beteiligen. Aber solange kein Zweifel daran besteht, dass ich mich beteiligen würde, wenn ich nicht gerade befreit wäre, ist das hoffentlich in Ordnung.
Nachdem gestern das leidige Thema "Visum" noch bedrückend im Raum hing, fand ich heute Mittag endlich mein Reisepass im Briefkasten. Ich habe zwar noch viel zu Packen, aber im Wesentlichen kann ich jetzt ganz entspannt meiner Abreise entgegensehen, denn die Formalien sind erledigt.
Ach ja, Formalien: Heute kam endlich ein Brief der Uni, dass meinem Antrag auf Studiengebührenbefreiung für das Auslandssemester stattgegeben wird, eine ganze Woche vor Ablauf der Rückmeldefrist, und etwa einen Monat, nachdem ich den Antrag eingereicht habe. Ich fühle mich dafür fast schon schuldig, denn nun trage ich das "Girl&Boykott"-T-Shirt, ohne mich am Studiengebührenboykott zu beteiligen. Aber solange kein Zweifel daran besteht, dass ich mich beteiligen würde, wenn ich nicht gerade befreit wäre, ist das hoffentlich in Ordnung.
Montag, Juli 30, 2007
Altpapier für Informatiker
Ach richtig, ich habe ja ein Blog.
Seit ich in der GI bin, erhalte (eigentlich: erhielt) ich jeden Montag eine Zeitung namens "ComputerZeitung", Untertitel "für das IT-Management".
Wenn das Management der IT diesen Schrott wirklich liest muss man sich nicht wundern, wenn dort so viel schiefläuft. Ein passenderer Name für die Zeitung wäre "Altpapier für Informatiker" oder "Bullshit-Bingo für Fortgeschrittene". Ein paar der Titelzeilen als Geschmacksprobe: "Analyse prüft Mobility-Rendite", "IT-Chefs nagen am Sandwich-Problem", "SOA und Software as a Service ergänzen sich in der Praxis gut", "Kunden prägen Online-Geschäft", "Pervasive Netze erhalten Fachkräfte".
Die Artikel besitzen so viel hintergründigen Inhalt, wie die Überschriften vermuten lassen. Der einzige Daseinszweck, den ich mir für diese Zeitung vorstellen kann, ist die Auffrischung des Buzzwordrepertoires (was für ein schönes deutsches Wort!) von IT-Managern. Wenn sie zum Wochenbeginn (wie praktisch!) mit der neuen Dosis Neusprech geimpft wurden, können sie sich furchtlos in ihre Meetings und auf schicke Empfänge stürzen und mit dem neu gewonnenen "Wissen" prahlen. Dass keiner von den Jungs wirklich weiß, wovon er redet, ist dann auch nicht mehr so wichtig. Traurig ist nur, dass sie nicht wissen, dass sie nichts wissen.
In das Mietshaus, in dem ich wohne, wird die ComputerZeitung (was soll eigentlich der inflationäre Gebrauch von Binnenmajuskeln?) gleich dreifach geliefert: An meinen Mitbewohner, an den freundlichen Informatikprofessor unter uns, und an mich. Neben den Briefkästen steht - die Hausverwaltung musste sich irgendwann der normativen Kraft des Faktischen beugen - ein Plastikkorb, in den ungewünschte Werbesendungen geworfen werden. Mit schöner Regelmässigkeit liegen in diesem Plastikkorb montags drei ComputerZeitungen.
Letzte Woche hat's mir dann gereicht. Eine kurze Mail an den Leserservice, und mein Beitrag zum Umweltschutz ist geleistet. Zumindest war heute morgen keine ComputerZeitung mehr für mich im Briefkasten.
Seit ich in der GI bin, erhalte (eigentlich: erhielt) ich jeden Montag eine Zeitung namens "ComputerZeitung", Untertitel "für das IT-Management".
Wenn das Management der IT diesen Schrott wirklich liest muss man sich nicht wundern, wenn dort so viel schiefläuft. Ein passenderer Name für die Zeitung wäre "Altpapier für Informatiker" oder "Bullshit-Bingo für Fortgeschrittene". Ein paar der Titelzeilen als Geschmacksprobe: "Analyse prüft Mobility-Rendite", "IT-Chefs nagen am Sandwich-Problem", "SOA und Software as a Service ergänzen sich in der Praxis gut", "Kunden prägen Online-Geschäft", "Pervasive Netze erhalten Fachkräfte".
Die Artikel besitzen so viel hintergründigen Inhalt, wie die Überschriften vermuten lassen. Der einzige Daseinszweck, den ich mir für diese Zeitung vorstellen kann, ist die Auffrischung des Buzzwordrepertoires (was für ein schönes deutsches Wort!) von IT-Managern. Wenn sie zum Wochenbeginn (wie praktisch!) mit der neuen Dosis Neusprech geimpft wurden, können sie sich furchtlos in ihre Meetings und auf schicke Empfänge stürzen und mit dem neu gewonnenen "Wissen" prahlen. Dass keiner von den Jungs wirklich weiß, wovon er redet, ist dann auch nicht mehr so wichtig. Traurig ist nur, dass sie nicht wissen, dass sie nichts wissen.
In das Mietshaus, in dem ich wohne, wird die ComputerZeitung (was soll eigentlich der inflationäre Gebrauch von Binnenmajuskeln?) gleich dreifach geliefert: An meinen Mitbewohner, an den freundlichen Informatikprofessor unter uns, und an mich. Neben den Briefkästen steht - die Hausverwaltung musste sich irgendwann der normativen Kraft des Faktischen beugen - ein Plastikkorb, in den ungewünschte Werbesendungen geworfen werden. Mit schöner Regelmässigkeit liegen in diesem Plastikkorb montags drei ComputerZeitungen.
Letzte Woche hat's mir dann gereicht. Eine kurze Mail an den Leserservice, und mein Beitrag zum Umweltschutz ist geleistet. Zumindest war heute morgen keine ComputerZeitung mehr für mich im Briefkasten.
Mittwoch, Februar 28, 2007
Von Bäumen und Wäldern in Vista
Am Montag habe ich mein Praktikum bei SciFace angefangen, wo ich an der MuPAD-Bibliothek arbeiten werde. Der erste Tag verlief etwas chaotisch, da noch kein Arbeitsplatz für mich eingerichtet war. Dafür habe ich schon etwas neues über Resultanten gelernt.
Auf der Arbeit habe ich jetzt das Vergnügen, Windows Vista Ultimate zu benutzen, da offenbar der einzige freie Rechner ein Windows-Testrechner war. Ich muss sagen, das System ist äußerst gewöhnungsbedürftig.
Alles wirkt so bunt und ist daher schwer zu erkennen. Normalerweise habe ich keine größeren Schwierigkeiten, auch auf fremden Systemen die relevanten Icons schnell zu finden, aber in Vista fällt mir dies wirklich schwer.
Besonders der File-Dialog ist unheimlich überladen und unübersichtlich. Bis jetzt habe ich noch keinen Up-Button gefunden und ich weiß nicht, ob er sich einfach vor lauter Grafiken irgendwo versteckt hält, oder ob es wirklich keinen gibt.
Ich bin durchaus für Eye-Candy zu haben - aber bitte dezent. Bei Vista sieht man die Oberfläche vor lauter Eye-Candy nicht mehr.
Auf meinen Rechnern bleibe ich jedenfalls bei Kubuntu. Auf meinem Laptop läuft seit dem Wochenende eine Beta von Feisty Fawn, das Release, das im April kommen wird, und damit bin ich glücklich.
Auf der Arbeit habe ich jetzt das Vergnügen, Windows Vista Ultimate zu benutzen, da offenbar der einzige freie Rechner ein Windows-Testrechner war. Ich muss sagen, das System ist äußerst gewöhnungsbedürftig.
Alles wirkt so bunt und ist daher schwer zu erkennen. Normalerweise habe ich keine größeren Schwierigkeiten, auch auf fremden Systemen die relevanten Icons schnell zu finden, aber in Vista fällt mir dies wirklich schwer.
Besonders der File-Dialog ist unheimlich überladen und unübersichtlich. Bis jetzt habe ich noch keinen Up-Button gefunden und ich weiß nicht, ob er sich einfach vor lauter Grafiken irgendwo versteckt hält, oder ob es wirklich keinen gibt.
Ich bin durchaus für Eye-Candy zu haben - aber bitte dezent. Bei Vista sieht man die Oberfläche vor lauter Eye-Candy nicht mehr.
Auf meinen Rechnern bleibe ich jedenfalls bei Kubuntu. Auf meinem Laptop läuft seit dem Wochenende eine Beta von Feisty Fawn, das Release, das im April kommen wird, und damit bin ich glücklich.
Dienstag, Februar 20, 2007
Hoppla... Semesterende
Das Semester ist vorbei, die Klausurphase brodelt noch so vor sich hin, und dieses Blog ist in Versenkung geraten. Nicht, dass mich das besonders überraschen würde. Vermutlich besitze ich einfach nicht den notwendigen Drang zum "Broadcast Yourself", wie dieses fürs "Web 2.0" (was für ein idiotischer Begriff!) typische Phänomen bei YouTube genannt wird.
Zu erzählen gäbe es eigentlich genug, und ich kann mir ja einfach mal vornehmen, dies in den nächsten Wochen ausführlicher zu tun. Was die Zukunft der Uni angeht befinden wir uns in einer spannenden Phase. Nichts weniger als die Umsetzung des neuen Hochschulgesetzes steht an, mit allem was dazugehört - insbesondere für den Senat die Erstellung der neuen Grundordnung und die Wahl des ersten Hochschulrats. Gute Neuigkeiten gibt es für uns in der Hinsicht auf jeden Fall. So wird im derzeitigen Grundordnungsentwurf ein zusätzlicher Sitz für die Studierenden vorgesehen. Als Vertreter der Gruppen habe ich selbst die verantwortungsvolle Aufgabe übertragen bekommen, im Auswahlgremium für den Hochschulrat mitzuwirken. Das ist auch so eine Geschichte, bei der wohl die meisten einfach ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen. Morgen früh ist die Fortsetzung der Senatssitzung vom letzten Mittwoch. Da waren doch tatsächlich so viele Punkte auf der Tagesordnung, dass der Zeitrahmen gesprengt wurde.
Rechnernetze und Methoden des Algorithmenentwurfs stehen noch an, aber die anderen Klausuren/Prüfungen habe ich inzwischen überstanden. Auch wenn das für diejenigen, die am Montag schwitzend in der Sporthalle gesessen habe, zynisch klingen mag: am schlimmsten war eigentlich die Klausur, die ich "nur" mit beaufsichtigen und korrigieren musste, nämlich Einführung in die Berechenbarkeit, Komplexitätstheorie und Formale Sprachen. Der Montag und Dienstag waren fast ausschließlich der Aufsicht und Korrektur gewidmet. Danach hat sich mein Kopf doch sehr matschig angefühlt. Ich bin mal gespannt, wie die Klausur insgesamt ausgefallen ist. Beim Eintragen der Punkte war ich nicht mehr dabei. So prickelnd wird das Ergebnis vermutlich nicht... MuA eben.
Zu erzählen gäbe es eigentlich genug, und ich kann mir ja einfach mal vornehmen, dies in den nächsten Wochen ausführlicher zu tun. Was die Zukunft der Uni angeht befinden wir uns in einer spannenden Phase. Nichts weniger als die Umsetzung des neuen Hochschulgesetzes steht an, mit allem was dazugehört - insbesondere für den Senat die Erstellung der neuen Grundordnung und die Wahl des ersten Hochschulrats. Gute Neuigkeiten gibt es für uns in der Hinsicht auf jeden Fall. So wird im derzeitigen Grundordnungsentwurf ein zusätzlicher Sitz für die Studierenden vorgesehen. Als Vertreter der Gruppen habe ich selbst die verantwortungsvolle Aufgabe übertragen bekommen, im Auswahlgremium für den Hochschulrat mitzuwirken. Das ist auch so eine Geschichte, bei der wohl die meisten einfach ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen. Morgen früh ist die Fortsetzung der Senatssitzung vom letzten Mittwoch. Da waren doch tatsächlich so viele Punkte auf der Tagesordnung, dass der Zeitrahmen gesprengt wurde.
Rechnernetze und Methoden des Algorithmenentwurfs stehen noch an, aber die anderen Klausuren/Prüfungen habe ich inzwischen überstanden. Auch wenn das für diejenigen, die am Montag schwitzend in der Sporthalle gesessen habe, zynisch klingen mag: am schlimmsten war eigentlich die Klausur, die ich "nur" mit beaufsichtigen und korrigieren musste, nämlich Einführung in die Berechenbarkeit, Komplexitätstheorie und Formale Sprachen. Der Montag und Dienstag waren fast ausschließlich der Aufsicht und Korrektur gewidmet. Danach hat sich mein Kopf doch sehr matschig angefühlt. Ich bin mal gespannt, wie die Klausur insgesamt ausgefallen ist. Beim Eintragen der Punkte war ich nicht mehr dabei. So prickelnd wird das Ergebnis vermutlich nicht... MuA eben.
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