Gerade wandert eine Studie, die die Folgen der letzten Oberstufenreform in Baden-Württemberg untersucht hat, durch die Medien. Angesichts des großen Tumults, der von allen Seiten zu solch einer Reform produziert wird, freut man sich über jeden objektiven Blick.
Aber wie objektiv ist der Blick, der bei uns Nicht-Bildungswissenschaftlern ankommt, wirklich? Gerne werfen die Lager in erhitzten politischen Diskussionen den Autoren solcher Studien mangelnde Objektivität vor, und sicherlich ist niemand perfekt. Aber auch eine perfekt objektive Studie übersteht den Filter der Berichterstattung selten unbeschadet.
Schön verräterisch ist da die Gegenüberstellung zweier Artikel anlässlich der selben, anfangs erwähnten Studie, einer in der SZ - "Stabil in Englisch, besser in Mathe" - der andere in der ZEIT - "Schlechte Stimmung, schwache Zahlen". (Ja, mir ist bekannt, dass Überschriften nicht unbedingt aus der gleichen Feder stammen wie der Artikel, über dem sie stehen, aber jeder kann sich leicht selbst überzeugen, dass der Grundton der Artikel mit den Überschriften in diesem Fall deutlich korreliert.)
Auch ohne die Artikel oder die Studie ausführlich zu lesen ist klar, dass mindestens einer der beteiligten Redakteure seine persönliche Meinung über die objektive Berichterstattung stellt.
Das Traurige ist, dass wir dieser manipulativen Filterung ständig ausgesetzt sind, und sie sich nur selten durch so offensichtlich widersprüchliche Artikel entlarvt.
Samstag, Juni 05, 2010
Freitag, Mai 21, 2010
Pale Blue Dot
Angesichts all des Krisengeredes dieser Tage, das leider auch mich nicht kalt lässt, würde es uns allen gut tun, dieses vor gut zwanzig Jahren von Voyager 1 aufgenommene Bild zu betrachten.

Der einsame blaue Pixel, der fast wie eine Bildstörung anmutet, sollte dem Leser bekannt vorkommen.
Ich denke, das Bild spricht für sich, aber Carl Sagan hatte dazu auch noch etwas zu nachnamen.
Das ist alles.
Der einsame blaue Pixel, der fast wie eine Bildstörung anmutet, sollte dem Leser bekannt vorkommen.
Ich denke, das Bild spricht für sich, aber Carl Sagan hatte dazu auch noch etwas zu nachnamen.
Das ist alles.
Samstag, April 10, 2010
Besten- oder Oberschichtförderung?
Seit geraumer Zeit gibt es in den Begabtenförderungswerken in Deutschland eine Diskussion über soziale Gerechtigkeit, nicht zuletzt wegen der geplanten Erhöhung des Büchergelds auf 300 Euro, bei dem sich viele fragen, ob das Geld nicht andernorts sinnvoller eingesetzt wäre, zum Beispiel bei einer BAföG-ähnlichen Förderung, die auch vom Einkommen der Eltern abhängig ist.
Denn leider zeigt sich, dass in den Stipendienprogrammen eine extreme Ungleichheit herrscht, so dass oftmals aus einer gut gemeinten "Bestenförderung" leider nur eine "Oberschichtförderung" wird, die politisch vermieden werden muss. Das ist natürlich nicht nur die Schuld dieser Stipendienprogramme, denn wenn man sich ansieht, wer sich bei ihnen überhaupt bewirbt, dann sehen die Statistiken dort nicht viel besser aus.
Im konkreten Fall der Studienstiftung gibt es aber sicherlich Nachholbedarf, auch wenn der fragwürdige Chef des Ganzen, Gerhard Roth, das anders sieht (nach seiner Performance in Görlitz überrascht mich das nicht; aber ich bin mir recht sicher, dass Roth zumindest nicht die Mehrheit der Stipendiaten der Studienstiftung hinter sich hat). Denn selbst wenn die Auswahlgespräche tatsächlich nicht filternd wirken, muss jeder potentielle Stipendiat von seiner Schule oder einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden. Naturgemäß spielen bei diesem Vorgang unbewusste Vorurteile eine wichtige Rolle, und nach dem Prinzip "Gleich und Gleich gesellt sich gern" wird eine Professorin eher solche Studenten vorschlagen, die ihr selbst in Verhaltensmustern ähnlich sind. Dabei haben Studenten, die aus akademischen Familien kommen, einen enormen Startvorteil.
Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit der Selbstbewerbung, bei der man als Kandidat nicht mehr von einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden muss. Ich denke, das ist ein Schritt in die richtige Richtung (auch wenn die prominente Platzierung einer Consulting-Firma extrem geschmacklos und für die Studienstiftung absolut unwürdig ist), wobei natürlich auch hier dank gut bekannter Selbstüber- bzw. -unterschätzungseffekte nicht unbedingt "die Richtigen" erwischt werden.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns, um das Bildungssystem in Deutschland gerecht zu machen. Es ist klar, dass die größten Fehler eher am Anfang gemacht werden. Aber wir dürfen das nicht als Ausrede verwenden, um die Probleme, die auch im Hochschulbereich existieren, zu ignorieren.
Denn leider zeigt sich, dass in den Stipendienprogrammen eine extreme Ungleichheit herrscht, so dass oftmals aus einer gut gemeinten "Bestenförderung" leider nur eine "Oberschichtförderung" wird, die politisch vermieden werden muss. Das ist natürlich nicht nur die Schuld dieser Stipendienprogramme, denn wenn man sich ansieht, wer sich bei ihnen überhaupt bewirbt, dann sehen die Statistiken dort nicht viel besser aus.
Im konkreten Fall der Studienstiftung gibt es aber sicherlich Nachholbedarf, auch wenn der fragwürdige Chef des Ganzen, Gerhard Roth, das anders sieht (nach seiner Performance in Görlitz überrascht mich das nicht; aber ich bin mir recht sicher, dass Roth zumindest nicht die Mehrheit der Stipendiaten der Studienstiftung hinter sich hat). Denn selbst wenn die Auswahlgespräche tatsächlich nicht filternd wirken, muss jeder potentielle Stipendiat von seiner Schule oder einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden. Naturgemäß spielen bei diesem Vorgang unbewusste Vorurteile eine wichtige Rolle, und nach dem Prinzip "Gleich und Gleich gesellt sich gern" wird eine Professorin eher solche Studenten vorschlagen, die ihr selbst in Verhaltensmustern ähnlich sind. Dabei haben Studenten, die aus akademischen Familien kommen, einen enormen Startvorteil.
Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit der Selbstbewerbung, bei der man als Kandidat nicht mehr von einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden muss. Ich denke, das ist ein Schritt in die richtige Richtung (auch wenn die prominente Platzierung einer Consulting-Firma extrem geschmacklos und für die Studienstiftung absolut unwürdig ist), wobei natürlich auch hier dank gut bekannter Selbstüber- bzw. -unterschätzungseffekte nicht unbedingt "die Richtigen" erwischt werden.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns, um das Bildungssystem in Deutschland gerecht zu machen. Es ist klar, dass die größten Fehler eher am Anfang gemacht werden. Aber wir dürfen das nicht als Ausrede verwenden, um die Probleme, die auch im Hochschulbereich existieren, zu ignorieren.
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Freitag, April 02, 2010
Professionelle Zyniker
Es wird Zeit, dass wir aufhören, Krieg zu führen.
Leider gibt es aber Kriegstreiber, die nicht davor zurückschrecken, die öffentliche Meinung bewusst zu manipulieren. Das fängt bei Anne Will an, die zu dem Thema klar Stellung nimmt: ihrer Meinung nach müsse der Krieg den Deutschen einfach nur richtig erklärt werden, dann würde schon eine Mehrheit für den Krieg stimmen (siehe die Abmoderation dieser Sendung).
Richtig unverhohlen ist die CIA, wie nun dank WikiLeaks bekannt wurde. Man freut sich hier darüber, dass die (demokratisch gewählten!) Regierungen von Frankreich und Deutschland den Volkswillen einfach ignorieren können und denkt über Strategien nach, die Meinung der Menschen zu manipulieren. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier.
Leider gibt es aber Kriegstreiber, die nicht davor zurückschrecken, die öffentliche Meinung bewusst zu manipulieren. Das fängt bei Anne Will an, die zu dem Thema klar Stellung nimmt: ihrer Meinung nach müsse der Krieg den Deutschen einfach nur richtig erklärt werden, dann würde schon eine Mehrheit für den Krieg stimmen (siehe die Abmoderation dieser Sendung).
Richtig unverhohlen ist die CIA, wie nun dank WikiLeaks bekannt wurde. Man freut sich hier darüber, dass die (demokratisch gewählten!) Regierungen von Frankreich und Deutschland den Volkswillen einfach ignorieren können und denkt über Strategien nach, die Meinung der Menschen zu manipulieren. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier.
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