Ach richtig, ich habe ja ein Blog.
Seit ich in der GI bin, erhalte (eigentlich: erhielt) ich jeden Montag eine Zeitung namens "ComputerZeitung", Untertitel "für das IT-Management".
Wenn das Management der IT diesen Schrott wirklich liest muss man sich nicht wundern, wenn dort so viel schiefläuft. Ein passenderer Name für die Zeitung wäre "Altpapier für Informatiker" oder "Bullshit-Bingo für Fortgeschrittene". Ein paar der Titelzeilen als Geschmacksprobe: "Analyse prüft Mobility-Rendite", "IT-Chefs nagen am Sandwich-Problem", "SOA und Software as a Service ergänzen sich in der Praxis gut", "Kunden prägen Online-Geschäft", "Pervasive Netze erhalten Fachkräfte".
Die Artikel besitzen so viel hintergründigen Inhalt, wie die Überschriften vermuten lassen. Der einzige Daseinszweck, den ich mir für diese Zeitung vorstellen kann, ist die Auffrischung des Buzzwordrepertoires (was für ein schönes deutsches Wort!) von IT-Managern. Wenn sie zum Wochenbeginn (wie praktisch!) mit der neuen Dosis Neusprech geimpft wurden, können sie sich furchtlos in ihre Meetings und auf schicke Empfänge stürzen und mit dem neu gewonnenen "Wissen" prahlen. Dass keiner von den Jungs wirklich weiß, wovon er redet, ist dann auch nicht mehr so wichtig. Traurig ist nur, dass sie nicht wissen, dass sie nichts wissen.
In das Mietshaus, in dem ich wohne, wird die ComputerZeitung (was soll eigentlich der inflationäre Gebrauch von Binnenmajuskeln?) gleich dreifach geliefert: An meinen Mitbewohner, an den freundlichen Informatikprofessor unter uns, und an mich. Neben den Briefkästen steht - die Hausverwaltung musste sich irgendwann der normativen Kraft des Faktischen beugen - ein Plastikkorb, in den ungewünschte Werbesendungen geworfen werden. Mit schöner Regelmässigkeit liegen in diesem Plastikkorb montags drei ComputerZeitungen.
Letzte Woche hat's mir dann gereicht. Eine kurze Mail an den Leserservice, und mein Beitrag zum Umweltschutz ist geleistet. Zumindest war heute morgen keine ComputerZeitung mehr für mich im Briefkasten.
Montag, Juli 30, 2007
Donnerstag, März 01, 2007
The Host
Gestern in der Sneak Preview lief ein koreanischer Monsterfilm namens "The Host". Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Das Grundgerüst der Story hatte kilometergroße Lücken. Durch Umweltverschmutzung entsteht ein böses, mutiertes Monster, das Menschen zum Fressen ansammelt. Die Tochter des Protagonisten überlebt das zufälligerweise, (fast) alle anderen sterben, bevor sie vom Monster endgültig verschlungen werden. Währenddessen lässt die Regierung das gesamte Gebiet, in dem sich das Wesen aufhält, tagelang abriegeln. Jeder, der sich versucht, dem Monster zu nähern - z.B. um seine Tochter zu retten - wird verfolgt, aber das Monster selbst lässt die Obrigkeit in Ruhe. Bis auf die Kinder verhalten sich alle Beteiligten im Film unglaublich tollpatschig... es ist zum Mäusemelken.
Trotzdem habe ich den Film sehr genossen, denn das Label "Monsterfilm" hat er eigentlich nicht verdient. Dazu waren zu viele Schichten vorhanden, die die vordergründige Action meistens verdrängt haben. So richtig begeistert war ich von den vielen drolligen Details, die mich immer wieder zum Lachen gebracht haben und mein Interesse am Film genährt haben. Da war diese unglaubliche Szene, in der der Großvater erzählt, dass sein Sohn ein wenig zurückgeblieben ist, weil er als Kind nicht genug Eiweiß bekommen hat. Ich frage mich, wie diese Szene auf einen "durchschnittlichen" Koreaner wirkt. Oder die Szene mit dem koreanischen Arzt, der das harmlose "Niemand hat auf mich gehört" mit dem viel stärkeren "Nobody fucking listened to me" übersetzt. Ähnlich habe ich mich auch gefühlt, als die Familienmitglieder um die Tochter weinend auf dem Boden kugelten und gleichzeitig versuchten, sich gegenseitig zu verprügeln. Da wusste ich wirklich nicht mehr, ob ich nun lachen sollte, weil die Szene komisch war, oder weil sie lächerlich war.
Insgesamt also wieder ein sehr angenehm verbrachter Abend, an dem wir einen Film der besonderen Art sehen konnten. Dafür habe ich heute morgen bitter mit Schlafmangel bezahlt, und die Zinseszinsen stehen leider auch noch aus...
Trotzdem habe ich den Film sehr genossen, denn das Label "Monsterfilm" hat er eigentlich nicht verdient. Dazu waren zu viele Schichten vorhanden, die die vordergründige Action meistens verdrängt haben. So richtig begeistert war ich von den vielen drolligen Details, die mich immer wieder zum Lachen gebracht haben und mein Interesse am Film genährt haben. Da war diese unglaubliche Szene, in der der Großvater erzählt, dass sein Sohn ein wenig zurückgeblieben ist, weil er als Kind nicht genug Eiweiß bekommen hat. Ich frage mich, wie diese Szene auf einen "durchschnittlichen" Koreaner wirkt. Oder die Szene mit dem koreanischen Arzt, der das harmlose "Niemand hat auf mich gehört" mit dem viel stärkeren "Nobody fucking listened to me" übersetzt. Ähnlich habe ich mich auch gefühlt, als die Familienmitglieder um die Tochter weinend auf dem Boden kugelten und gleichzeitig versuchten, sich gegenseitig zu verprügeln. Da wusste ich wirklich nicht mehr, ob ich nun lachen sollte, weil die Szene komisch war, oder weil sie lächerlich war.
Insgesamt also wieder ein sehr angenehm verbrachter Abend, an dem wir einen Film der besonderen Art sehen konnten. Dafür habe ich heute morgen bitter mit Schlafmangel bezahlt, und die Zinseszinsen stehen leider auch noch aus...
Mittwoch, Februar 28, 2007
Von Bäumen und Wäldern in Vista
Am Montag habe ich mein Praktikum bei SciFace angefangen, wo ich an der MuPAD-Bibliothek arbeiten werde. Der erste Tag verlief etwas chaotisch, da noch kein Arbeitsplatz für mich eingerichtet war. Dafür habe ich schon etwas neues über Resultanten gelernt.
Auf der Arbeit habe ich jetzt das Vergnügen, Windows Vista Ultimate zu benutzen, da offenbar der einzige freie Rechner ein Windows-Testrechner war. Ich muss sagen, das System ist äußerst gewöhnungsbedürftig.
Alles wirkt so bunt und ist daher schwer zu erkennen. Normalerweise habe ich keine größeren Schwierigkeiten, auch auf fremden Systemen die relevanten Icons schnell zu finden, aber in Vista fällt mir dies wirklich schwer.
Besonders der File-Dialog ist unheimlich überladen und unübersichtlich. Bis jetzt habe ich noch keinen Up-Button gefunden und ich weiß nicht, ob er sich einfach vor lauter Grafiken irgendwo versteckt hält, oder ob es wirklich keinen gibt.
Ich bin durchaus für Eye-Candy zu haben - aber bitte dezent. Bei Vista sieht man die Oberfläche vor lauter Eye-Candy nicht mehr.
Auf meinen Rechnern bleibe ich jedenfalls bei Kubuntu. Auf meinem Laptop läuft seit dem Wochenende eine Beta von Feisty Fawn, das Release, das im April kommen wird, und damit bin ich glücklich.
Auf der Arbeit habe ich jetzt das Vergnügen, Windows Vista Ultimate zu benutzen, da offenbar der einzige freie Rechner ein Windows-Testrechner war. Ich muss sagen, das System ist äußerst gewöhnungsbedürftig.
Alles wirkt so bunt und ist daher schwer zu erkennen. Normalerweise habe ich keine größeren Schwierigkeiten, auch auf fremden Systemen die relevanten Icons schnell zu finden, aber in Vista fällt mir dies wirklich schwer.
Besonders der File-Dialog ist unheimlich überladen und unübersichtlich. Bis jetzt habe ich noch keinen Up-Button gefunden und ich weiß nicht, ob er sich einfach vor lauter Grafiken irgendwo versteckt hält, oder ob es wirklich keinen gibt.
Ich bin durchaus für Eye-Candy zu haben - aber bitte dezent. Bei Vista sieht man die Oberfläche vor lauter Eye-Candy nicht mehr.
Auf meinen Rechnern bleibe ich jedenfalls bei Kubuntu. Auf meinem Laptop läuft seit dem Wochenende eine Beta von Feisty Fawn, das Release, das im April kommen wird, und damit bin ich glücklich.
Dienstag, Februar 27, 2007
Auf der Suche nach alten Bekannten
Fünf Jahre sind eine verdammt lange Zeit, im Internet erst recht. Jemanden wiederzufinden, zu dem man seit 2002 keinen echten Kontakt mehr hatte, kann sich als äußerst kompliziert herausstellen.
Vor etwa fünf Jahren habe ich zusammen mit einem Schulfreund in den Ferien einen Vertical Scroller names Return to the Shadows gebastelt. Das Spiel fand Anklang in einem Forum, und einige Überzeugungstäter haben mitgeholfen, das Spiel zu verbessern. Letztendlich ist das Projekt dann aber, wie so viele, eingeschlafen.
Vor etwas mehr als einem Monat hat mich jemand von damals dazu angesprochen. Ich habe den Staub vom Quellcode heruntergepustet und wieder ein bißchen Arbeit hineingesteckt. Ich bin erstaunlich gut wieder den Code hineingekommen, auch wenn sich mein Programmierstil in den letzten Jahren deutlich geändert hat. Was gut strukturierten Code ausmacht ändert sich eben nicht.
Mir fiel dabei auf, dass die Grafiken des Spiels nicht unter einer wohl definierten Lizenz stehen. Dies kann zum Problem werden, falls jemand anderes das Spiel jemals weiterentwickeln möchte. Also habe ich für mich beschlossen, die Grafiken unter Creative Commons ShareAlike 2.5 lizensieren zu wollen. Allerdings benötige ich dafür das "Okay" der anderen Autoren, und so zog ich aus, E-Mails zu schreiben.
Viele der E-Mail-Adressen von damals waren veraltet. Einige von ihnen existierten nicht mehr, andere waren verwaist und wurden nicht mehr abgerufen, oder waren vielleicht in anderen Besitz übergegangen. Über das vorher genannte Forum habe ich dann doch noch die fehlenden Personen gefunden - bis auf einen.
Ich bin gespannt, ob ich den auch noch finden werde. Wer weiß, wo der Fehlende inzwischen ist...
Vor etwa fünf Jahren habe ich zusammen mit einem Schulfreund in den Ferien einen Vertical Scroller names Return to the Shadows gebastelt. Das Spiel fand Anklang in einem Forum, und einige Überzeugungstäter haben mitgeholfen, das Spiel zu verbessern. Letztendlich ist das Projekt dann aber, wie so viele, eingeschlafen.
Vor etwas mehr als einem Monat hat mich jemand von damals dazu angesprochen. Ich habe den Staub vom Quellcode heruntergepustet und wieder ein bißchen Arbeit hineingesteckt. Ich bin erstaunlich gut wieder den Code hineingekommen, auch wenn sich mein Programmierstil in den letzten Jahren deutlich geändert hat. Was gut strukturierten Code ausmacht ändert sich eben nicht.
Mir fiel dabei auf, dass die Grafiken des Spiels nicht unter einer wohl definierten Lizenz stehen. Dies kann zum Problem werden, falls jemand anderes das Spiel jemals weiterentwickeln möchte. Also habe ich für mich beschlossen, die Grafiken unter Creative Commons ShareAlike 2.5 lizensieren zu wollen. Allerdings benötige ich dafür das "Okay" der anderen Autoren, und so zog ich aus, E-Mails zu schreiben.
Viele der E-Mail-Adressen von damals waren veraltet. Einige von ihnen existierten nicht mehr, andere waren verwaist und wurden nicht mehr abgerufen, oder waren vielleicht in anderen Besitz übergegangen. Über das vorher genannte Forum habe ich dann doch noch die fehlenden Personen gefunden - bis auf einen.
Ich bin gespannt, ob ich den auch noch finden werde. Wer weiß, wo der Fehlende inzwischen ist...
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