Samstag, Mai 23, 2009

Selbstgebastelte Tastaturlayouts unter Linux

Bekanntermaßen bin ich jemand, der viel programmiert und LaTeX editiert (in gewisser Weise ist der zweite Punkt eigentlich nur ein Unterpunkt des ersten). Nun wurden sowohl LaTeX als auch die meisten anderen Programmiersprachen von Leuten entworfen, die sich an ein US-Keyboardlayout gewöhnt haben. Das schlägt sich in der Wahl der syntaktisch relevanten Sonderzeichen deutlich nieder.

Gerade in LaTeX ist das furchtbar: Jeder Backslash und jede geschweifte Klammer benötigt eine handverrenkende Tastenkombination, die ein Alt Gr enthält. Im US-Layout ist der Backslash dagegen ein einzelner Tastendruck, und geschweifte Klammern benötigen nur ein Shift - genau das ist natürlich der Grund dafür, dass genau diese Zeichen verwendet werden. (Wobei man sich doch etwas wundert, weshalb LaTeX keine eckigen Klammern an Stelle der geschweiften verwendet, schließlich sind eckige Klammern noch einfacher zu erreichen - eine Tatsache, die Mathematica gewinnbringend ausnutzt).

Nun kenne ich einige Deutsche, die aus diesem Grund nur noch das US-Layout verwenden. Man erkennt diese Menschen dann meist daran, dass sie in ihren E-Mails keine Umlaute und kein scharfes S mehr verwenden. Diese gibt es im US-Layout natürlich nicht, weshalb ich diesen Weg auf keinen Fall gehen würde. Nun gäbe es die Möglichkeit, zwischen einem deutschen und einem US-Layout zu wechseln. An sich eine ideale Lösung, wäre da nicht der rasend machnde Umstand, dass die Lage von Y und Z zwischen den beiden Layouts verdreht ist - das killt das Muskelgedächtnis und macht nur unglücklich.

Die Lösung: Ein selbstgebasteltes Layout, das die Sonderzeichen aus dem US-Layout übernimmt, die Buchstaben aber an der gleichen Stelle wie im deutschen Layout hat. Und hier ist ein schönes, aktuelles HowTo, das die notwendigen Schritte zur Erstellung eines eigenen Tastaturlayouts beschreibt.

Interessante Anmerkung am Rande: Es gibt ein älteres HowTo zum gleichen Thema, dessen Information aber veraltet ist. Trotzdem steht es bei den meisten Google-Suchen an prominenterer Stelle. Suchmaschinen können menschliches Verständnis eben doch nicht ersetzen.

1 Kommentar:

Netzkasper hat gesagt…

Das finde ich ja beim Mac sehr angenehm: Das englische Tastaturlayout hat eine sehr einfache, gut merkbare Möglichkeit, trotzdem Umlaute bzw. ß zu produzieren, indem man [alt][u] [Vokal] bzw. [alt][s] drückt.

So kann man bequem das englische Layout verwenden und hat zum Beispiel den Backslash einfach auf der Taste [\], anstatt mit dem deutschen Layout gleich die drei (!) Tasten [alt][shift][7] drücken zu müssen.

Da ich auf keinen Fall auf Umlaute oder andere typographische Zeichen (wie Ellipse oder echten Gedankenstrich) verzichten kann, ist das englische Mac-Tastaturlayout für mich daher optimal.

Ich werde bei Gelegenheit Deinen Link-Tip auf meinen Linux-Rechnern ausprobieren, die ich in letzter Zeit vermehrt nutze (bei Apple bekommt man ja keine neue Hardware mehr ohne Spiegeldisplay). Danke.