Donnerstag, Juli 07, 2011

Adorf, Bedorf und der Euro

In Adorf lebten ein Bäcker und ein Metzger. Der Bäcker kaufte beim Metzger Fleisch und Wurst, und umgekehrt kaufte der Metzger beim Bäcker Brot und Croissants. Beide bezahlten ihren Einkauf jeweils mit Geld.

Weder der Bäcker noch der Metzger dachten jemals darüber nach, warum sie eigentlich mit Geld bezahlten und wer damit angefangen haben könnte. Es war eben einfach so. Die mächtigsten sozialen Konstrukte sind diejenigen, die so selbstverständlich sind, dass man sie gar nicht mehr richtig als soziale Konstrukte wahrnimmt.

Auch im benachbarten Bedorf lebten ein Bäcker und ein Metzger, vielleicht auch noch ein Eisverkäufer, wer weiß das schon. Im Grunde ist es auch egal. Jedenfalls kauften und verkauften auch die Menschen in Bedorf untereinander Waren im Austausch gegen Geld.

Die Dörfer waren miteinander befreundet, und da lag es nahe, Handel zu treiben, und alles war gut.

Eines Tages kamen die Bürger von Bedorf zusammen und beklagten sich, wie sie das ohnehin gerne und häufig machten. Die Wirtschaft geht so schlecht! Keiner wusste so recht, was eigentlich das Problem war, aber weil Sparen in Bedorf schon immer als Tugend galt waren sie sich schnell einig. Mehr Geld müssten sie verdienen, dann würde alles besser werden! Natürlich ging das nicht, indem sie sich einfach gegenseitig Waren verkauften, also erklärten sie zum nobelsten aller Ziele, möglichst viele Waren an andere Dörfer zu verkaufen, und möglichst wenig aus anderen Dörfern zu kaufen.

Das gelang ihnen auch. Von nun an kauften die Bürger von Bedorf nichts mehr von den umliegenden Dörfern, aber sie verkauften ihre Waren noch, auch in Adorf.

So gaben also der Bäcker und der Metzger in Adorf nach und nach ihr Geld an die Menschen von Bedorf, ohne ihnen etwas im Gegenzug verkaufen zu können. Es dauerte nicht lange, da hatten der Bäcker und der Metzger in Adorf kein Geld mehr, um sich etwas in Bedorf zu kaufen.

Das ist nur fair, sagten die Menschen von Bedorf. Schließlich haben wir hart gearbeitet für all die Waren, die die Adorfer gekauft haben, da wäre es nur gerecht, wenn die Adorfer auch einmal etwas tun würden.

Aber es geschah noch etwas anderes. Der Bäcker aus Adorf hatte ja nun kein Geld mehr, also konnte er sich auch kein Fleisch und keine Wurst mehr vom Metzger kaufen. Und umgekehrt hatte der Metzger kein Geld mehr, und konnte sich kein Brot und keine Croissants mehr vom Bäcker kaufen. So hatten sie auf einmal beide weniger zu essen, und waren außerdem noch beide zur Hälfte arbeitslos - weil es ja niemanden mehr gab, der sie für ihre Arbeit bezahlte!



Deutschland und Griechenland

So weit die Geschichte. Wer in den letzten Tagen, ausgerüstet mit dem Blick für das, was sehr versteckt zwischen den Zeilen steht, die Zeitung gelesen hat weiß, dass sie nicht frei erfunden ist, sondern - natürlich sehr grob vereinfacht - die Ereignisse der letzten zehn Jahre skizziert, mit Griechenland in der Rolle von Adorf und Deutschland in der Rolle von Bedorf.

Halt! mag der ein oder andere rufen. In den Medien ist immer die Rede davon, Griechenland habe korrupte Politiker, eine ineffiziente Bürokratie, ein zu niedriges Renteneintrittsalter, die Griechen arbeiten zu wenig, die Beamtengehälter sind zu hoch,und so weiter. Vieles davon ist frei erfunden - so gehören zum Beispiel in Wirklichkeit die Deutschen zu den "faulsten" Europas.

Aber selbst wenn diese Behauptungen der Wahrheit entsprächen, so hätten sie rein gar nichts mit der aktuellen Notlage Griechenlands zu tun. Wenn Griechenland eine volkswirtschaftliche Insel wäre, dann hätte es keine Schwierigkeiten dabei, Käufer für seine Anleihen zu finden. Denn die Ausgaben des griechischen Staats verschwinden ja nicht in irgendeinem Loch, egal ob sie effizient sind oder ineffizient. Sie gehen an Bürger, die dieses Geld dann ausgeben oder sparen. Wenn sie es ausgeben, so fließt es langfristig über Steuern zurück an den Staat und der Staat hat überhaupt kein Defizit. Wenn sie es sparen, dann werden sie am Ende Anleihen kaufen, weil das irgendwann die einzige Möglichkeit ist, einen positiven Zinssatz zu erzielen. (Über die Mechanismen, über die ein Budgetdefizit auf Zinssätze wirkt, habe ich hier ein wenig geschrieben.)

Das eigentliche Problem ist, genau wie im Adorf der Geschichte, dass das Geld aus dem inländischen Kreislauf heraus ins Ausland fließt, und das liegt an der unausgeglichenen Außenhandelsbilanz.

Und tatsächlich verhalten sich die Deutschen in dieser Hinsicht genauso irrational wie die Bürger von Bedorf. Aus unerfindlichen Gründen befürworten sie große, andauernde Exportüberschüsse. Das bedeutet, dass aus Deutschland jedes Jahr mehr Waren ins Ausland geschickt werden als umgekehrt (bezogen auf den Geldwert). Die Deutschen arbeiten also, um Geschenke ans Ausland zu schicken.

An dieser Stelle muss man etwas genauer hinsehen um zu verstehen, warum das funktionieren kann. Normalerweise müsste das Geld aus Exporten unter die Menschen kommen, die es dann wieder ausgeben. Dadurch steigen dann unter anderem auch die Importe, und so kann die Außenhandelsbilanz normalerweise ausgeglichen werden.

In Deutschland funktioniert dieser Mechanismus nicht, weil das Geld aus Exporten auf Grund von Lohndumping nicht bei den Menschen ankommt. Dieses Lohndumping kann man sich eigenhändig anhand der veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts vergegenwärtigen. Man braucht dazu die Zahlenreihen Produktivität je Arbeitsstunde (= reales Bruttoinlandsprodukt dividiert durch die Gesamtzahl im Jahr gearbeiteter Stunden) und Verdienst je Arbeitsstunde (= Einkommen aus Arbeit dividiert durch die Gesamtzahl im Jahr gearbeiteter Stunden), sowie die Reihe Verbraucherpreisindex, um den Verdienst je Arbeitsstunde von nominalen auf reale Größen umzurechnen. Dann teilt man noch durch die jeweiligen Größen für das Jahr 2000 um die relative Entwicklung seit damals zu veranschaulichen (2000 ist relativ beliebig gewählt, es ist eben eine runde Zahl; der Trend ist allerdings schon älter). Man erhält am Ende folgende Grafik:

Daran sieht man sehr deutlich, wie die Produktivität in Deutschland zwar gestiegen ist, dieser Fortschritt aber nicht an die Arbeiter und Angestellten weitergegeben wurde. Dadurch konnten deutsche Unternehmen billig exportieren, und Unternehmensbesitzer konnten die Gewinne einstreichen.

Das Geld floss also noch stärker als ohnehin schon zu denen, die bereits zu viel Geld haben und es deswegen nicht ausgeben. So wurde ein Ausgleich durch Importe unterbunden, und die deutsche "Elite" hat - auf Kosten der deutschen Arbeitnehmer - Geld aus dem Rest der Eurozone abgesaugt.

Gefangen in einem sozialen Konstrukt

In Adorf dauert es nicht lange bis der Bäcker und Metzger merken, wie unsinnig ihre Lage doch ist und anfangen, trotz mangels an Geld einfach Brot gegen Fleisch zu tauschen.

Vielleicht haben sie in der Zwischenzeit auch etwas mehr über Geld gelesen, oder sind besonders clever. Dann merken sie, dass dieser Akt der Loslösung vom alten Geld im Grunde ganz ähnlich ist zur Einführung eines neuen Adorf-Geldes (AG). Also belassen sie es nicht bei der Theorie, sondern führen tatsächlich AG ein.

Selbstverständlich ist AG in Bedorf nichts wert. Warum sollte ein Bedorfer Händler AG annehmen? Der Handel in Bedorf funktioniert mit dem alten Geld, und da die Bedorfer sich nichts in Adorf kaufen wollen haben sie keinen Grund, AG anzunehmen.

Das ist sehr schade für die Adorfer aber, da kein Dorf vom anderen langfristig Geschenke erwarten sollte, auch irgendwo gerecht - so idiotisch sich die Bedorfer auch verhalten, die Adorfer können daran nun mal nichts ändern. War also alles umsonst? Natürlich nicht: durch die Loslösung vom alten Geld und der Einführung von AG gelingt es den Adorfen nun wieder, zumindest ihre eigenen Ressourcen und Fähigkeiten voll auszunutzen und in den Dienst der Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse zu stellen. Mit dem alten Geld war das nicht mehr möglich.

Das Schöne dabei für Adorf ist, dass die Loslösung vom alten Geld praktisch ganz von alleine abläuft. Es hat gereicht, dass zwei Menschen die Unsinnigkeit ihrer Lage erkennen und entsprechend handeln. Den alten Geldkreislauf von Bäcker zu Metzger und wieder zurück konnten sie einfach zu zweit mit AG wiederbeleben.

In Griechenland ist die Lage anders, weil solche einfachen Geldkreisläufe in einer modernen Volkswirtschaft praktisch nicht existieren. Der Teil des Kreislauf, über den das Geld von einem Gastwirt in Athen zurück zu seinen Gästen fließt ist kompliziert und weit verzweigt. Deshalb können der Gastwirt und seine Gäste die missliche Lage nicht auf eigene Faust lösen - alle Beteiligten dieses umfassenden Kreislaufs müssten sich auf einmal einig werden, und das ist bekanntermaßen schwierig (womöglich erkennen sie ihre Lage sogar gar nicht!). Sie sind gefangen in einem unsinnigen (bzw. unsinnig verwalteten) sozialen Konstrukt.

Der freie Markt hat keinen Ausweg aus der Situation, und kollektives Handeln wird notwendig. Und der umfassendste Mechanismus für kollektives Handeln in unserer Gesellschaft ist nun einmal der Staat.

Im Grunde ist das alles eine sehr alte Erkenntnis, die spätestens seit den 1930er Jahren eigentlich nicht mehr seriös in Frage gestellt werden kann. Leider sind Ökonomen als Zunft nicht unbedingt seriös. Wer den freien Markt als obersten Gott anbetet und den Staat verteufelt, der darf nicht akzeptieren, dass es Situationen geben kann, in denen kollektives Handeln notwendig ist. Zumindest nicht wirklich. So kommt es, dass das Ausmaß der Kognitiven Dissonanz unter Ökonomen zur Zeit beeindruckend groß ist. Aber ich schweife ab.

Quo vadius €?

Für Griechenland gibt es im Grunde nur eine Handlungsmöglichkeit vorwärts: die Wiedereinführung einer eigenen, frei auf Devisenmärkten gehandelten Währung. Solange dies nicht geschieht, bleibt das Land in der Arbeitslosigkeit stecken. Das bedeutet, dass es Griechenland weiterhin nicht möglich sein wird, die eigenen produktiven Kapazitäten voll auszunutzen, und das geht klar zu Lasten seiner Bürger. Ganz abgesehen davon, dass lange Phasen von Arbeitslosigkeit auch die zukünftigen Entwicklungschancen des Landes reduzieren, die Kriminalität erhöhen, und zu psychischen, sozialen und körperlichen Problemen aller Art führen.

Natürlich würde die Einführung einer neuen griechischen Währung (NGW) für eine kurze Phase des Chaos sorgen. Auch ist klar, dass die NGW zu Beginn sehr viel Wert gegenüber dem Euro verlieren würde. Aber was bedeutet das denn für die Menschen in Griechenland? Importe werden für sie teuer, richtig. Macht es einen so großen Unterschied, ob man sich die Importe nicht leisten kann, weil man wegen Arbeitslosigkeit keine Euro verdient, oder ob man sich die Importe nicht leisten kann, weil man zwar NGW verdient, diese aber wenig wert ist?

Mittelfristig würde sich der Wechselkurs von Euro und NGW stabilisieren, weil der niedrige Wert der NGW Exporte verbilligt. Durch ein steigendes Exportvolumen steigt dann auch die Nachfrage nach NGW im Ausland. Das ist ein ganz normaler Mechanismus, der sich vermutlich relativ schnell einpendeln würde.

Für den Rest der Eurozone wäre ein erfolgreicher Austritt Griechenlands - und erfolgreich wäre er innerhalb eines Jahres, wenn er mit einem entsprechenden Konjunkturprogramm begleitet wird - ein großes Problem. Denn die Stimmen in Irland und Portugal, die schon heute für einen Austritt plädieren, werden dadurch natürlich für alle sichtbar bestätigt. Und die selbstverstärkende Dynamik der Anleihenmärkte macht es dann äußerst wahrscheinlich, dass auch andere Länder folgen müssten.

Aber griechische Politiker sollten darauf keine Rücksicht nehmen. Griechische Politiker müssen Politik im Interesse der griechischen Bevölkerung machen. Sie sollten höchstens darauf hinweisen, dass es eine Alternative gibt.

Das Problem ist ja schließlich, dass Griechenland wegen der Einbindung in die Eurozone sein wirtschaftliches Potential nicht mehr voll entfalten kann. Es gäbe aber Mittel und Wege, allen Ländern der Eurozone die volle Entfaltung zu ermöglichen - und zwar über direkt auf die Schaffung von Arbeitsplätzen ausgerichtete staatliche Ausgabenprogramme, die zentral von einem Eurohaushalt getragen werden.

Nur leider wird nicht einmal darüber diskutiert, ob ein solches Programm besser wäre als ein Austritt Griechenlands oder nicht, weil allen klar ist, dass die kollektive Dummheit, in der die europäische Bevölkerung ausnahmsweise mit ihren Politikern vereint ist, eine solche Lösung niemals zulassen wird.

Coda

Ja, ich habe einiges vereinfacht dargestellt. Natürlich ist unser Wirtschaftssystem komplexer als eine Bilderbuchgeschichte. So haben die Bedorfer den Adorfern in Wirklichkeit zunächst einfach Geld geliehen. Nun fordern sie das Geld zurück, ohne aber gleichzeitig bereit zu sein, statt Geld auch reale Warenströme als Bezahlung zu akzeptieren. (Von so abartigen Ideen wie dem Verkauf von Inseln will ich gar nicht reden. Natürlich kann sich die deutsche "Elite" bald halb Griechenland kaufen, aber das sollten wir schon aus Eigeninteresse nicht erlauben. Diese Art von Landnahme ist der soziale Sprengstoff, der zum Auseinanderbrechen der EU selbst führen kann.) Auch habe ich die Rolle von Investitionen ignoriert.

Es ist auch nicht alleine alles die Schuld Deutschlands, auch wenn Deutschland ohne Frage in Sachen Makro-Wirtschaftspolitik der größte Sünder der Eurozone ist.

Aber nichts davon ändert irgendetwas Wesentliches an der zentralen Erkenntnis, dass jemand anfangen muss, in Griechenland wieder Geld, und zwar viel Geld - egal ob Euro oder NGW - auszugeben, damit das Land wieder sein wirtschaftliches Potential entfalten kann. Und nur wenn letzteres passiert kann die Krise beendet werden.

Kommentare:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

"Wir werden also, bei sonst gleichen Verhältnissen, jenes Land als auf der höheren Stufe volkswirtschaftlicher Entwicklung stehend zu bezeichnen haben, in welchem der Mittelstand am meisten vertreten ist. Wo aber der Mittelstand sich in fortschreitender Auflösung befindet, dort haben wir eine direkt dem Verderben entgegenreifende Entwicklung vor uns, und zwar umso sicherer, je größer der Reichtum ist, welcher diesen Auflösungsprozess des Mittelstandes begleitet."

Prof. d. Nationalökonomie Dr. Gustav Ruhland, Berlin 1895

Wie alle Zivilisationsprobleme der halbwegs zivilisierten Menschheit seit dem "Auszug der Israeliten aus Ägypten" ist die Ursache der "Finanzkrise" eine seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung und die daraus resultierende systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz. Weil der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab, ist die bevorstehende, größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes) allein durch die Verwirklichung der bereits 1916 vollständig und widerspruchsfrei beschriebenen, einzig denkbaren Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens abzuwenden:

"Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht."

(Vorwort zur 5. Auflage der NWO, 1921)

Dass bis auf das Genie Silvio Gesell und ganz wenige andere Ausnahmen eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwa im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstehen wollte, beruht auf einer künstlichen Programmierung des kollektiv Unbewussten, die vor Urzeiten erforderlich war, um den Kulturmenschen durch selektive geistige Blindheit an ein noch immer fehlerhaftes Zwischentauschmittel mit Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) anzupassen, damit das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, überhaupt entstehen konnte. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich "Auferstehung".

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
http://www.deweles.de/willkommen.html

Nicolai Hähnle hat gesagt…

Ich mag den Begriff "Mittelstand" nicht, weil er sich einer klaren Definition entzieht. Politiker verwenden den Begriff einfach so, wie es ihnen gerade passt, vermutlich ohne selbst wirklich eine klare Vorstellung davon zu haben, was sie da eigentlich sagen.

Freiwirtschaft hat einige überlegenswerte Ideen. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass es ein Experiment wäre.

Von "künstlicher Programmierung" würde ich im Zusammenhang mit Geld nicht reden. Die allgemeine Vorstellung von Geld ist etwas, das sich durchaus natürlich entwickelt, aus der mikroökonomischen Alltagserfahrung der Menschen. Dass sich die nicht auf die makroökonomischen Zusammenhänge übertragen lassen steht auf einem anderen Blatt.

Zu wirtschaftlichen Zusammenhängen findet vielleicht etwas künstliche Programmierung statt, zum Beispiel wenn den Menschen vorgegaukelt wird, man könne Arbeitsplätze schaffen, indem man weniger Geld ausgibt.