Freitag, Dezember 11, 2009

Motivation...

... ein sehr passender Titel angesichts der Tatsache, dass ich seit einem Monat hier nichts mehr veröffentlicht habe. Das wird sich vermutlich nächstes Jahr wieder ändern, vorläufig habe ich jedoch lediglich ein kleines Schmankerl.

Extrinsische Motivatoren wirken bei komplexen Aufgaben eher hinderlich. Ich für meinen Teil werde das im Hinterkopf behalten, wenn ich das nächste Mal von leistungsorientierter Vergütung, Effizienzkontrolle und ähnlichem neoliberalen Gedankengut in der Zeitung lese. Auch für die aktuelle Debatte zur Studienform Bachelor und Master ist hier eine offensichtliche Lehre zu finden.

Freitag, November 06, 2009

Über Hochbegabung und schwache Prädiktoren

Seit ich mit dem Studium begonnen habe, habe ich immer wieder von Eltern gehört, die furchtbar stolz über ihre hochbegabten dreijährigen Kinder waren. Nun ist natürlich verständlich, dass Eltern auf ihre Kinder stolz sind und jegliche noch so kleine Entwicklung als kleines Wunder wahrnehmen. Auf der anderen Seite hat eine ganze Industrie die Erziehungswünsche der Eltern als Markt entdeckt, und zunehmend strömen "Eliteschulen" selbst für Kleinstkinder auf diesen Markt.

In diesem gesellschaftlichen Klima ist es erfrischend, einmal einen objektiven Blick auf die Entwicklung von Kindern zu werfen. Die Zahlen sprechen nämlich ganz klar gegen die Überbewertung der sogenannten Hochbegabung: von 77 Kindern, die in einem Test als besonders begabt eingestuft wurden, wurde nach nur anderthalb Jahren nicht einmal mehr die Hälfte derart klassifiziert. Umgekehrt lässt sich vermuten, dass wohl auch Kinder, die zunächst nicht als besonders begabt gelten würden, in anderthalb Jahren eine sehr gute Aufholchance haben.

Als gäbe es nicht sowieso schon genug Argumente gegen das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland...

Freitag, Oktober 30, 2009

Von Skepsis

Was im Internet steht ist bekanntermaßen wahr, und was in Zeitungen geschrieben steht noch wahrer. Also muss, was in Onlineauftritten von etablierten Zeitungen steht, die Quelle aller Weisheit schlechthin sein. Natürlich ist klar, dass auf einem Onlineauftritt der einige Angebote umfasst, die in der gedruckten Ausgabe nicht vorhanden sind, manche Dinge nicht ganz genau geprüft werden. Trotzdem ist es immer wieder ein erhellender Aha-Effekt wenn man direkt auf einen Fehler stößt wie hier.

Im konkreten Fall geht es um die Rubrik Die Auslese der SZ, in der eine Meldung über ein Depeche Mode-Konzert in Peru wiedergegeben wurde. Ich zitiere: "Musiker wissen bei Auftritten nicht immer, wo sie gerade sind. Diesmal war es Dave Gahan von Depeche Mode, der sich beim falschen Land bedankte. 'Vielen Dank, Chile', rief Gahan den Fans in Lima zu - dabei mögen sich Peru und Chile nicht gerade gerne."

Zum Glück wohnt Lisset in Lima und ist zudem Depeche Mode-Fan(in) und war auf besagtem Konzert - und was Dave Gahan wirklich gesagt hat, war "Thank you, children". In der Folge haben das peruanische Journalisten dann wohl falsch verstanden - ob absichtlich oder nicht - und, da es tatsächlich eine gewisse Nachbarliebe zwischen Peru und Chile gibt, die ganze Geschichte künstlich aufgeblasen.

Bis dann eben ein Redakteur in München in einem Nachrichtenticker darübergestolpert ist und die Meldung ohne große Prüfung übernommen hat.

Samstag, Oktober 24, 2009

Eine elegante Definition von Mathematik

Die meisten Nichtmathematiker haben nur eine sehr schwammige Vorstellung davon, was Mathematik eigentlich ist. Man muss es ihnen verzeihen, schließlich tun sich Mathematiker selbst auch schwer damit, eine klare Definition zu geben. Einen sehr schönen Versuch einer Definition davon, was Mathematik eigentlich ist, las ich kürzlich in einem Artikel von William Thurston:

Mathematics is the smallest subject satisfying the following:
  • Mathematics includes the natural numbers and plane and solid geometry.
  • Mathematics is that which mathematicians study.
  • Mathematicians are those humans who advance human understanding of mathematics.


Manch Futurist mag sich an der diskriminierenden Verwendung des Wortes "human" stören. Diesen Mangel könnte man vielleicht zum Vorteil umkehren, um den Begriff der Intelligenz zu klären: wir könnten sagen, die Objekte einer Klasse C sind mindestens so intelligent wie Menschen, wenn in der obigen Definition die Klasse der Menschen durch C ersetzt werden kann, ohne das dadurch definierte Feld der Mathematik zu verkleinern.

Viel Spaß bei der Spekulation über diese Definitionen.